Keimschleuder Küchenschwamm

Studie visualisiert mikrobielle Belastung und zeigt Risiken auf

Die weltweit erste umfassende Studie zur Keimbelastung gebrauchter Küchenschwämme ist nun erschienen. In den Reinigungsutensilien wurde eine teils besorgniserregend hohe Konzentration von Bakterien nachgewiesen. Den Schwamm heiß auszuwaschen oder in der Mikrowelle zu behandeln, ist keine langfristige Lösung, sagen die Forscher. In Deutschland gibt es rund 40 Millionen Privat-Haushalte. „Wenn in jedem davon nur ein bis zwei Küchenschwämme vorhanden sind, beläuft sich ihre Zahl in Deutschland auf 40 bis 80 Millionen“, so Professor Dr. Markus Egert von der Hochschule Furtwangen, der die Studie leitete. „Mit institutionellen Einrichtungen kommt man vermutlich auf mehr als 100 Millionen in Deutschland.“ – 100 Millionen potentielle Keimschleudern. In einem Kooperationsprojekt der Hochschule Furtwangen (HFU) mit der Justus Liebig-Universität Gießen und dem Helmholtz Zentrum München ist die Studie entstanden; Fördermittelgeber war die HFU. Die renommierte wissenschaftliche Zeitschrift „Scientific Reports“, die zur Nature Publishing Group gehört, hat die Studie nun veröffentlicht (DOI:10.1038/s41598-017-06055-9 1, http://www.nature.com/scientificreports, Titel: Microbiome analysis and confocal microscopy of used kitchen sponges reveal massive colonization by Acinetobacter, Moraxella and Chryseobacterium species).

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Foto aus dem „Scientific Reports“-Artikel:
Mikroskopische Aufnahmen und darauf basierende 3D-Modelle fluoreszenz-markierter Bakterien in einem gebrauchten Küchenschwamm. Maßstäbe: A–D 10 μm, E–H 20 μm.

 

Die Mikrobiologen nahmen 14 gebrauchte Schwämme aus dem Großraum Villingen-Schwenningen unter die Lupe. Entdeckt wurden darin 362 verschiedene Arten von Bakterien. „Was uns überrascht hat: Fünf der zehn häufigsten von uns gefundenen Arten gehören in die sogenannte Risikogruppe 2, das bedeutet sie sind potentiell pathogen“, erläuert Egert. Dabei handelte es sich um Umwelt- und Wasserbakterien, aber auch um Bakterien, die typisch für die menschliche Haut sind. Insbesondere bei immungeschwächten Menschen, wie Kranken und Alten, können Bakterien wie Acinetobacter johnsonii, Moraxella osoloensis und Chryseobacterium hominis zu Infektionen führen. Das sehr häufig nachgewiesene Bakterium Moraxella osloensis steht zudem im Verdacht, schlechten Geruch zu erzeugen, kann also für stinkende Küchenschwämme verantwortlich sein. Fäkalbakterien und Lebensmittelvergifter oder Durchfallerreger hingegen wurden kaum nachgewiesen. Besonders bedenklich: In Schwämmen, die laut ihrer Nutzer regelmäßig gereinigt wurden, etwa in der der Mikrowelle oder durch Auswaschen, zeigten sich deutlich höhere Anteile der potentiell pathogenen Bakterien. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Reinigung von Schwämmen zwar zu einer kurzfristigen Verminderung der Keimzahl führen kann; in den schnell wieder hoch wachsenden Gemeinschaften dominieren dann aber offensichtlich immer stärker die potentiell pathogenen Bakterien, vermutlich aufgrund einer höheren Stresstoleranz. Küchenschwämme bestehen überwiegend aus Schaumstoff, wie Polyurethan. Ihre durch zahlreiche Poren riesige innere Oberfläche bietet Mikroorganismen viel Platz zum Wachsen. „Teils erreichten die Bakterien Dichten von mehr als 5 mal 1010 Zellen pro Kubikzentimeter“, erläutert Egert. „Das sind Konzentrationen, wie man sie sonst nur noch in Fäkalproben findet.“ Ein Wert, der in einer Küche nicht erreicht werden sollte. Diese hohen Dichten erklären sich mit den optimalen Lebensbedingungen, die Bakterien im Schwamm finden: neben der großen Oberfläche zum Aufwachsen viel Feuchtigkeit und viele Nährstoffe, etwas aus Lebensmittelresten und Schmutz. Das Bild- und Filmmaterial der Studie visualisiert die bakterielle Belastung der Küchenschwämme in eindrucksvoller Weise und bietet sich als Lehrmaterial an, um ein Bewusstsein für Küchenschwämme als mikrobielle Inkubatoren im Haushalt zu schaffen. Probleme können sich vor allem in sensiblen Umgebungen ergeben. Etwa in Krankenhäusern, Altenheimen oder bei der privaten Pflege zu Hause, wenn dort Menschen mit geschwächtem Immunsystem leben. Anstelle sie zu häufig zu reinigen, sollten Küchenschwämme aus hygienischen Gründen gerade hier besser regelmäßig entsorgt werden, etwa in einem wöchentlichen Rhythmus. In neu gekauften Schwämmen konnten die Forscher übrigens keinerlei mikrobielle Belastung nachweisen.

Jürgen Bause

(Pressemitteilung der Hochschule Furtwangen vom 20. Juli 2017)

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Cardior Pharmaceuticals schliesst erfolgreich erste Finanzierungsrunde über €15 Millionen ab und ernennt CEO und CSO

Foto MHH, Kaiser
vlnr: Professor Dr. Thomas Thum, D. med. Claudia Ulbrich.

Presseinformation

Hannover11. Mai 2017 – Cardior Pharmaceuticals, ein junges deutsches Biotechnologie Unternehmen, das auf dem Gebiet von RNA-basierten Therapeutika für Patienten mit Herzerkrankungen tätig ist, gibt heute den erfolgreichen Abschluss seiner ersten Finanzierungsrunde (Serie A) mit einer Gesamtsumme von €15 Mio. bekannt. Die Finanzierungsrunde wurde von LSP (Life Sciences Partners) als Leadinvestor gemeinsam mit den Co-Investoren Boehringer Ingelheim Venture Fund (BIVF), Bristol-Myers Squibb (BMS), BioMedPartners (mit dem neuen BioMedInvest III Fund) und dem High-Tech Gründerfund (HTGF) gezeichnet. Cardior ist Vorreiter bei der Entwicklung von RNA-basierten Technologien und bei der Revolutionierung innovativer neuer Strategien zur Verhinderung und Behandlung von Herzinsuffizienz. Die molekularen Zielstrukturen umfassen sogenannte nichtkodierende Ribonukleinsäuren (RNAs), die Größenwachstum und Kontraktilität von Herzmuskelzellen kontrollieren und mechanistisch maßgeblich an der Entwicklung von Herzschwäche beteiligt sind. Die Modulation dieser zentralen Schaltermoleküle versetzt die Herzmuskelzellen erstmals in die Lage krankhafte kardiale Umbauprozesse zurückzubilden und die kardiale Funktion zu normalisieren.

„Wir sind begeistert diese Finanzierungsrunde als Lead-Investor federführend zu begleiten“ sagt Dr. Joachim Rothe, Managing Partner bei LSP und Beirat bei Cardior, „in den letzten 15 Jahren waren nur wenige wissenschaftliche und klinische Fortschritte in der Behandlung der Herzinsuffizienz zu verzeichnen; Cardior ist sehr gut positioniert dies nachhaltig zu ändern.“

Im Zusammenhang mit der Serie A Finanzierung wird Dr. Claudia Ulbrich als Chief Executive Officer (CEO) berufen. Dr. Ulbrich bringt 20 Jahre operative und strategische Management-Erfahrung aus der Pharma- und Biotechnologieindustrie incl. börsennotierter Unternehmen mit.  

 

“Derart bahnbrechende Therapien im Bereich der Herzschwäche bieten erhebliche Chancen für Patienten, die an einer der häufigsten Erkrankungen weltweit  leiden. Ich freue mich Cardior bei dieser herausragenden Entwicklung aktiv zu unterstützen und zusammen mit dem hochmotivierten Team eine neue Klasse an Medikamenten und Diagnostika für Patienten mit Herzinsuffizienz für die klinische Anwendung zu entwickeln”.

“Das signifikante Finanzierungsvolumen wird es uns ermöglichen, in kurzer Zeit eine erste neue Leitsubstanz weiterzuentwickeln um zügig erste klinische Daten zu erheben”, ergänzt Prof. Thomas Thum, der als Gründer die Aufgabe des Chief Scientific Officer (CSO) übernimmt.  

Über Cardior Pharmaceuticals
Cardior Pharmaceuticals  ist ein privates deutsches Biotechnologie Unternehmen, das Vorreiter auf dem Gebiet nichtkodierender RNAs und deren Nutzung als Diagnostika und Therapeutika bei Herzerkrankungen ist. Als Spin-Off des Instituts für Molekulare und Translationale Therapiestrategien (IMTTS) der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) hat Cardior sein Patentportfolio von der MHH, der Max-Planck-Gesellschaft (MPG) sowie verschiedenen französischen Instituten lizensiert. Cardior wurde 2016 ausgehend von Prof. Dr. Dr. Thomas Thum, einem Pionier im Bereich nichtkodierender RNAs und Direktor eines weltweit-führenden RNA-Institutes, gegründet. Cardior ist Sieger der Startup Challenge der Deutschen Biotechnologietage 2017, der grössten Biotechnologie Veranstaltung in Deutschland und wurde initial durch den VentureVilla Inkubator GmbH und hannoverimpuls GmbH unterstützt. 

Mit seinen translationalen Ansätzen und multiplen etablierten nationalen und internationalen akademischen und pharmazeutischen Kollaborationspartnern, ist Cardior in hervorragender Weise positioniert. Eingebettet in den Campus der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) und das  Institut für Molekulare und Translationale Therapiestrategien (IMTTS), hat Cardior Zugang zu einem grossen Team an weltweit führenden Wissenschaftlern auf dem Gebiet von Herzerkrankungen sowie zu weiteren Patenten aus der Pipeline von Prof. Thum.
Für weitere Informationen, besuchen sie bitte
www.cardior.de

Kontakt:
Cardior-Pharmaceuticals-GmbH
Campus der Medizinischen Hochschule Hannover
Carl-Neuberg-Str. 1
30625 Hannover

Dr. Claudia Ulbrich, CEO, Cardior Pharmaceuticals
+49 (0) 511 37484051
claudia.ulbrich@cardior.de

Prof. Dr. Dr. Thomas Thum, CSO, Cardior Pharmaceuticals
+49 (0) 511 532 5272
thomas.thum@cardior.de

Über LSP
LSP (Life Sciences Partners) ist eines der führenden europäischen Venture Capital Unternehmen, das Risikokapitalfinanzierungen  für junge private und börsennotierte  Life Science Unternehmen zur Verfügung stellt. Seit dem Ende der 80er Jahre hat LSP in eine große Anzahl junger, hochinnovativer Unternehmen investiert, von denen viele zu weltweit führenden Unternehmen in der Biotechnologieindustrie wurden. LSP verwaltet derzeit Fonds mit einem Volumen von über €1 Milliarde aus Büros in München, Amsterdam und Boston.

Für weitere Informationen besuchen sie bitte
www.lspvc.com .

Kontakt:
Dr. Joachim Rothe, Managing Partner LSP
+49 (0) 89 330 666-0
jrothe@lspvc.com  

Dr. Karin Kleinhans, Associate LSP
+49 (0) 89 330 666-0
kkleinhans@lspvc

 

Presseinformationen versenden mit dem Medizin-Pressedienst der AGS

Griesingen/b. Ulm, 17. August 2017. Presseinformationen müssen die richtigen Redakteure erreichen, um Streuverluste zu vermeiden. Der Medizin-Pressedienst versendet Informationen aus dem Gesundheitsbereich direkt an die Fachredaktionen.  Davon können neben der pharmazeutischen Industrie auch Medizintechnikunternehmen profitieren.

Redakteure von über 400 deutschsprachigen medizinische Fachzeitschriften sind an Nachrichten von Medizintechnikfirmen interessiert.
Mit dem Medizin-Nachrichtendienst der AGS (Arbeitsgemeinschaft Gesundheit&Soziales) werden Fachpresse und auch die Gesundheitsredakteure der Publikumsmedien über Neuigkeiten aus dem Gesundheitssektor informiert.
Firmen der Healthcare Branche können den kostenpflichtigen Dienst für den Versand ihrer eigenen Pressemeldungen nutzen.

Service für Medizintechnikunternehmen

Nach einer Umfrage der Universität Leipzig halten über 74 Prozent der Top-Manager Pressearbeit für wichtig. Vielfach fehlt Marketingmitarbeitern Zeit oder Recourcen Presseinformationen zu verfassen.

Für medizintechnische Firmen, die über keine eigene Presseabteilung verfügen, stehen erfahrene Fachjournalisten beratend zur Verfügung. Pressemitteilungen, Kongressberichte oder wissenschaftliche Abhandlungen werden von erfahrenen Medizinjournalisten ebenso erstellt, wie publikumswirksame Beiträge. Für Produktmanager ist das eine signifikante Zeitersparnis.

Ein Novum ist der Medizin-Nachrichtendienst im HealthCare Markt. Er bietet seit über fünf Jahren Unternehmen eine zielführende Kommunikation mit medizinischen Fachjournalisten ohne Streuverlust. Es können neben den Fachmedien auch die Publikumspresse und Entscheidungsträger im Gesundheitsmarkt informiert werden. Über 12.800 Empfänger können mit einer Sendung erreicht werden. Für Medizintechnikunternehmen stellt die AGS so ein breites Leistungsspektrum für die Kommunikation zur Verfügung.

Die Arbeitsgemeinschaft Gesundheit&Soziales (AGS) ist ein Kommunikationsunternehmen im Gesundheitsbereich. Fachjournalisten und Experten aus der HealthCare Branche kommunizieren seit über dreißig Jahren für medizintechnische Firmen, Pharmaunternehmen und Verbände.


AGS Medienservice
Jürgen Bause
Panoramastraße 38
D-89608 Griesingen/b. Ulm
Telefon 0739171817
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Mail:   info@ags-medienservice

Körpersprache und Rhetorik

Buchbesprechung

 Reden, Ansprachen und das Leiten von Versammlungen soll die Gäste oder Zuhörer begeistern. Es kommt auf den Redner an. Auf den Auftritt, auf die Körpersprache, die Stimme und den Inhalt. Wer kennt nicht die langweiligen Reden und Vorträge? Vielfach geben sich die Vortragenden viel Mühe, kommen beim Publikum nicht an.

Wie werden erfolgreiche Gespräche und Vorträge richtig vorbereitet? Auf was kommt es an? Welche Kleinigkeiten sind für mein Gegenüber ausschlaggebend, damit ich richtig ankomme? Ob das Bewerbungsgespräch, die Teambesprechung oder der Vortrag: Der Redner präsentiert seine Persönlichkeit. Die Körpersprache, Kleidung, eigene Stimme und der Auftritt bilden das Ganze des persönlichen Ausdrucks. Die Autoren des Buches gehen in die Tiefe und beleuchten jeden Aspekt, der für einen guten Auftritt und für einen guten Redebeitrag erforderlich sind.

 

Vor dem Gespräch mit Verhandlungspartnern oder dem Auftritt bei einer Tagung. Es sind verschiedene Aspekte schon bei den Vorbereitungen zu berücksichtigen. Hier wird in dem Buch auf mögliche Fallen hingewiesen. Ich fand sehr positiv, dass der Leser wieder auf die notwendige Selbstreflextion aufmerksam gemacht wird. Aus den unterschiedlichen beruflichen Erfahrungen der drei Autoren, wie Trainer, Schauspielerin, Theaterregisseur, Drehbuchautor usw. ist das Buch zu einem gelungenen Werk geworden.

Ich kann das Buch nur empfehlen.

Jürgen Bause

Bruno, Adamczyk, Bilinski: Körpersprache und Rhetorik,3. Auflage 2016, 320 Seiten, zahlreiche Abbildungen. Hauffe Verlag Freiburg. Preis 19,95 Euro. ISBN 978-3-648-07679-7

Fachseminar: Der medizinische Datenschutz im Licht der EU-DS-GVO 7./8.Juni 2017 München

Herzlich lade ich Sie ein zum 3 .Termin der Seminarreihe „Der medizinische Datenschutz im Lichte der EU-DS-GVO“ vom 7.-8.6.17 in München. Auch die Gesundheitsbranche muss sich dem magischen Termin des 25.5.2018 stellen, wenn die EU-DS-GVO wirksam wird. Ergänzende bzw. konkretisierende Datenschutzregeln in Deutschland gewinnen inzwischen auch an Konturen wie das BDSG-NachfolgeG, anstehende Anpassungen des

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Manfred Weitz

 

SGB, und eine Verordnung zum IT-SicherheitsG für den Gesundheitsbereich. Das Seminar wird in Kooperation mit dem BvD, der Datatree AG und dem Verband der Medizin-Manager durchgeführt, für deren Mitglieder Sonderpreise bereitstehen. Ich würde mich freuen, Sie in München zum Seminar begrüßen zu können. Namhafte Dozenten werden Sie in allen Fachfragen betreuen.

 

Bis genau zum 24.5.2018 gilt es, die Anforderungen der ab 25.5.18  wirksam werdenden  EU-Datenschutz-Grund-VO umzusetzen. Die normative Anpassungsphase ist vergleichsweise kurz und die Ausgestaltung auf Bundes-und Landesebene bereits in vollem Gang, soweit  die GVO dem  Gesetzgeber Konkretisierungs-und Ausgestaltungsspielräume  belassen hat. Parallel  dazu müssen die medizinischen Einrichtungen schon jetzt beginnen, ihre betrieblichen Abläufe , die die Verarbeitung personenbezogener Daten berühren, inhaltlich , technisch und organisatorisch auf die zum Teil gänzliche neu Rechtslage umzustellen, um  datenschutzrechtlich eine ab 25.5.18 möglichst rechtskonforme Praxis zu gewährleisten. Das Seminar vermittelt am 1. Tag das notwendige Basis-Wissen zur GVO und  zu weiteren, schon geltenden oder absehbaren Datenschutzvorschriften für den Gesundheitsbereich. Der 2. Tag ist den wichtigsten Sonderthemen gewidmet, die im medizinischen Bereich praxisrelevant sind , wie z.B die Auftrags-DV und cloud Computing. Herausragende Referenten vermitteln ihr umfangreiches Fachwissen, um  die Teilnehmer möglichst umfassend auf die Zeit nach dem 24.5.18 vorzubereiten.
Anmeldung und weitere Informationen unter

https://www.esturias.de/seminarreihe-2017/7-8-6-17-münchen/anmeldung-07-08-06-17/

 

Gedächtnis unter Strom

 

Tübinger Wissenschaftler zeigen, dass Arbeitsgedächtnis-Training durch elektrische Hirnstimulation effektiver wird

Regelmäßiges Training gilt als bester Weg das Gedächtnis und die Konzentrationsfähigkeit zu erhalten oder sogar zu verbessern. Gut verträgliche Methoden zur Unterstützung des Erfolges solcher Übungen wären zweifellos wünschenswert. Wissenschaftler des Universitätsklinikums Tübingen haben unter der Leitung von Professor Christian Plewnia jetzt erstmals gezeigt, dass leichte elektrische Stimulation des Stirnhirns während eines speziellen Arbeitsgedächtnistrainings die Übungsergebnisse verbessert. Diese Verbesserungen sind noch Monate nach dem Training und darüber hinaus in ähnlichen, vorher nicht trainierten Aufgaben nachweisbar.

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Professor Dr. Christian Plewina

 

 

Das Arbeitsgedächtnis, das heißt die Fähigkeit zur vorübergehenden Speicherung und Bearbeitung neuer Informationen, ist eine Voraussetzung von zielgerichtetem Denken und Handeln. Die biologische Grundlage ist die Aktivität von Nervenzellnetzwerken insbesondere im Stirnbereich des Gehirns. Sprachliche Informationen werden vor allem im linken, räumliche Informationen bevorzugt im rechten Stirnhirn verarbeitet. Dabei verständigen sich die Nervenzellen untereinander über elektrische Reizleitung. Mit der transkraniellen Gleichstromstimulation (tDCS), die von außen an der entsprechenden Stelle des Kopfes angelegt wird, kann die Aktivität einzelner Hirnbereiche gezielt beeinflusst werden. Mit ihren Untersuchungen haben die Wissenschaftler des Zentrums für Hirnstimulation an der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie unter der Leitung von Prof. Christian Plewnia getestet, ob diese sehr gut verträgliche und von den Versuchspersonen kaum spürbare Form der Hirnstimulation das Ergebnis eines speziellen Arbeitsgedächtnistrainings nachhaltig verbessern kann, so die UNI Tübingen in einer Pressemitteilung.

Für ihre Experimente teilten die Tübinger Wissenschaftler 81 Probanden in drei Gruppen ein: Bei allen wurden Stimulationselektroden aufgeklebt, doch nur bei zwei der Gruppen wurde das linke bzw. rechte Stirnhirn der Probanden während drei Trainingssitzungen innerhalb einer Woche tatsächlich gezielt mit schwachem Gleichstrom stimuliert. Die Teilnehmer der dritten Gruppe erhielten lediglich eine Scheinstimulation. Bei dem Arbeitsgedächtnistraining am Computer wurden räumliche oder verbale Aufgaben gestellt, deren Schwierigkeitsgrad sich an die Leistungsfähigkeit der Versuchsperson anpasste. Als Ergebnis wurde die in jeder Sitzung erreichte mittlere Gedächtniskapazität gewertet. Tatsächlich lernten Personen, die während einer sprachlichen Aufgabe am linken Stirnhirn und während einer räumlichen Aufgabe am rechten Stirnhirn stimuliert wurden, die Aufgabe besser zu bewältigen als Teilnehmer, die entweder eine Scheinstimulation oder während der sprachlichen Aufgabe eine rechtsseitige, bzw. während der räumlichen Aufgabe eine linksseitige Stimulation erhielten. Besonders bemerkenswert war, dass diese Verbesserung sogar Monate später noch nachweisbar war. Außerdem zeigen diese Probanden auch in der nicht-trainierten Aufgabe, also sprachlich bei räumlichem Training bzw. räumlich bei sprachlichem Training, bessere Leistungen.

 

„Die deutlichen Unterschiede zwischen den Gruppen zeigen, dass die transkranielle Gleichstromstimulation kognitives Training gezielt unterstützten kann“, stellt Plewnia fest. Dass sich mit dieser Methode allgemein die geistige Leistungsfähigkeit verbessern lassen wird, hält er für unwahrscheinlich. „Die Alltagsanforderungen sind deutlich komplexer als im Labor und die Leistung des Gehirns lässt sich auch mit Strom nicht beliebig steigern. Trotzdem können möglicherweise ganz bestimmte Fähigkeiten oder Defizite durch die gezielte Kombination von Stimulation und Training verbessert werden.“ Therapeutische Anwendungen bei Depression, Schizophrenie und Gedächtnisstörungen werden derzeit untersucht und könnten die bestehenden therapeutischen Möglichkeiten dieser Erkrankungen wesentlich erweitern.

Jürgen Bause

POCT Symposium 2017 München, Tagungsbericht

Der Fortschritt in der PCR-Diagnostik hat sich in den vergangenen Jahren rasant entwickelt. Gerade wenn es sich um medizinische Notfallsituationen handelt, sind Sekunden entscheidend. Zahlreiche Firmen stellten auf dem POCT (Point-of-Care Testing) Symposium in München Neuentwicklungen in der Sofortdiagnostik vor. Zwei Neuerungen fielen besonders auf.

Bei Herzinfarkten dauert es bis zu einer Stunde bis das Ergebnis des Troponin Test vorlie Eine sehr lange Zeit bis das Ergebnis zur Verfügung steht. Bei einem ACS (Akut-Coronarsyndrom) ist die schnelle Einleitung der lebenswichtigen Therapie entscheidend für die Verbesserung der Überlebensqualität. Die Firma Philips entwickelte ein Gerat (Minicare I-20) zur Schnelldiagnose des Herzinfarkts. Innerhalb von 10 Minuten liefert der (cTnl) Blut Test von einem Tropfen Blut des Patienten das Ergebnis. Auch für die präklinische Notfallversorgung ist dieser Test geeignet. Durch diese Innovative Arbeitsweise werden Notärzte und klinische Notfallabteilungen signifikant entlastet. Der Kardiologe Dr. Frans van Asperdt vom Elkerliek Hospital aus NL-Helmond, betont, dass die Patienten mindestens 30 Minuten früher als sonst im Kathederlabor behandelt werden können. Das Minicare ist in den D-A-CH Ländern zugelassen und erhältlich.

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POCT Kongress März LMU, München  Foto: Jürgen Bause

 

 

Infektionsdiagnostik, Sexual Health, Viorologie und Onkologie

 

Mit dem CEPHEID GenXpert steht ein on-demand einsetzbares System zur Verfügung, das dank seines patentierten Kartuschensystems größtmöglichen Bedienungskomfort bei absoluter Sicherheit bietet. Sämitliche Arbeitsschritte der PCR und auch der bidrektionale Datentransfer erfolgen vollautomatisch. Alle Geräte verwenden dieselben Kartuschen und sind für alle gängigen Probenmaterialien wie Blut, Sputum, Stuhl, Abstrichtupfer, Blutkulturen usw. geeignet betonte Claudio Priscoglio, Manager Strategic Market Development der Firma Cepheid, Frankfurt, in seinem Vortrag.

Das Testmenue der Firma Cepheid umfasst derzeit 25 unterschiedliche Verfahren wie MRSA (Screening, Diagnostik und Überwachung), C, difficile, VRE, Carba-R, Influenca A/B/RSV, MTB/RIF, HPV, CT/NG, HIV, HCV und GBS. Weiterhin zwei Tests für Bladder Cancer und BCR-ABL in der Onkologie.

Jürgen Bause

 

Von der schönen Welt des Professor Brinkmann und Schwester Hildegard zu den harten Verhandlungen im Pharmageschäft

Experte für Rhetorik Dr. Ulrich Ulonska im Interview mit Jürgen Bause Sie haben eines gemeinsam: Die Verbindung mit Menschen, die kommunizieren. Aber vielfach laufen Gespräche aneinander vorbei und…

Quelle: Von der schönen Welt des Professor Brinkmann und Schwester Hildegard zu den harten Verhandlungen im Pharmageschäft

Von der schönen Welt des Professor Brinkmann und Schwester Hildegard zu den harten Verhandlungen im Pharmageschäft

Experte für Rhetorik Dr. Ulrich Ulonska im Interview mit Jürgen Bause

Sie haben eines gemeinsam: Die Verbindung mit Menschen, die kommunizieren. Aber vielfach laufen Gespräche aneinander vorbei und so kann manches schief gehen, manches geht gut und vieles kann noch sehr viel besser laufen: Durch die Kommunikation auf einer Ebene.

Was ist Rhetorik überhaupt, Herr Ulonska?
Aristoteles schreibt dazu: „Nun tut die Mehrheit dies entweder planlos oder aus Gewohnheit. Und so kann man die Ursachen untersuchen, weshalb die einen den Erfolg durch Zufall erzielen, die anderen durch Gewohnheit“. Das ist die Aufgabe der Rhetorik. Die Rhetorik und ihre modernen Nachfolgewissenschaften leisten dafür seit über 2000 Jahren wichtige Beiträge für Reden, Vorträge, Präsentationen, Gespräche und Verhandlungen. Wer diese Dinge kennt und sicher anwenden kann, darf sich stark erhöhten Erfolgswahrscheinlichkeiten in Reden und Gesprächen sicher sein. Es werden bereits in der Antike drei Hauptziele benannt: Bewegen, erfreuen und belehren. Das sollten ein guter Vortrag und eine gute Präsentation leisten. Das gleiche gilt auch für Gespräche.

Wie sollte systematisch vorgegangen werden, damit ein Gespräch zum Erfolg führt?
Erstens die Auswahl der Inhalte, zweitens die psychologisch wichtige Reihenfolge in der die Inhalte präsentiert, vorgetragen oder im Gespräch gemeinsam entwickelt werden. Weiterhin die sprachlichen, stilistischen und psychologischen Wirkungsmittel. Viertens folgt die Gedächtnistechnik und als letzter Punkt der Auftritt in der Vortragssituation, beziehungsweise der Eintritt in das Gespräch. 80 Prozent der Wirkung wird hier durch Stimme, Sprechweise und eigene Körpersprache erzielt. Das wird sehr oft von den Vortragenden vergessen.

Am besten überzeugt man andere Gesprächsteilnehmer, wenn man ihnen zuhört – nur was und wie viel die anderen erzählen, das können gute Gesprächsleiter lenken und bestimmen. Gute Gesprächsleiter helfen durch eine geschickte Gesprächsführung, dass die anderen Teilnehmer selbst auf die „Lösung“ kommen.

 

Dr. Ulrich Ulosnka
Dr. Ulrich Ulonska

 

Welche Fehler werden am häufigsten gemacht?
In der Vortragssituation verlieben sich viele in Formulierungen und feilen zu lange an den Ausdrücken herum. Werden Texte formuliert, sollte ebenfalls nicht so viel über die das Ausfeilen nachgedacht werden. Wichtig: Rhetorische Fragen stellen, Ausrufe, die direkte Rede. Auch mal Aussagen wiederholen! Damit wird die Wirkung drastisch erhöht.
80 Prozent der Wirkung erreicht man durch die sprachliche Umsetzung. Hier sind kurze Sätze wichtig. Die Aussagen sollten auch sprecherisch durch fallende Kadenzen auf den Punkt gebracht werden.

Der Blickkontakt zu den Gesprächsteilnehmern sollte ständig vorhanden sein. Das aber nicht hektisch, sondern in sich ruhend.
Die Aufmerksamkeit bei den Gesprächsteilnehmern wird durch Pausen, Betonungen, dem Sprachtempo und dem Lautstärkewechsel gesteigert. Deshalb: „Wenn du andere überzeugen willst, muss ein Feuer in dir brennen.“
In Gesprächen kommen die rhetorischen und psychologischen Steuerungshebel der Dialogsteuerung hinzu.

Das Interview wurde anlässlich eines Rhetorik Seminars Oktober 2016 im Kloster Obermarchtal geführt.

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Tagungsstätte Kloster Obermarchtal bei Ulm

Dr. Ulrich Ulonska, Jahrgang 1956, studierte Germanistik, Sozial- und Sprechwissenschaft. Er promovierte in Rhetorik, Kommunikationswissenschaft, Sozialpsychologie und Psychologie der Politik an der Universität Göttingen. Dort war er über 15 Jahre Lehrbeauftragter.

Seit 1986 ist Herr Ulonska Rhetoriktrainer an Universitäten (D, A, CH), in öffentlichen Organisationen, in der Wirtschaft und in der Politik. Ulrich Ulonska zählt zu den bekanntesten Rhetorik Trainern im deutschsprachigen Raum.

Dr. Ulonska hat zahlreiche Beiträge zum Thema Rhetorik veröffentlicht. Er ist Autor der Bücher:

„Rhetorik“, Deutscher Sparkassen Verlag, Stuttgart 2003.

„Rhetorik für Führungskräfte“, 2. Auflage, Borsdorf 2013.