Was können Unternehmen vom Spitzensport lernen?

HS Nu
v.l.n.r. Dr. Peter Hurler HS Neu-Ulm, Markus Hornig, Jürgen Bause, Journalist

Neu-Ulm: Anlässlich des bereits traditionell stattfindenden Management Forums der Hochschule Neu-Ulm referierte der Diplom Mentaltrainer Markus Hornig am 10. April 2015 über das Funktionieren der “Psycho-Logik“ im Spitzensport und was die Wirtschaftsunternehmen davon lernen können.

Leistungen von Mitarbeitern in Unternehmen hängen überwiegend von der Unternehmenskultur und der Qualität des Führungspersonals ab, so Hornig. Wenn es um Leistung geht, müssen ein Sportler oder Mitarbeiter Lust auf Leistung haben.

In einem Unternehmen zeigen 13 Prozent der Mitarbeiter größtes Engagement und identifizieren sich mit den Zielen. 66 Prozent der Mitarbeiter machen Dienst nach Vorschrift und 21 haben bereits innerlich gekündigt, so eine Untersuchung des Gallup-Institutes.

V.l.n.r: Dr. Peter Hurler, HS Neu-Ulm; Markus Hörnig, Jürgen Bause, Journalist

„Wenn es um Leistung in einem Unternehmen geht, muss der Mitarbeiter Lust auf Leistung haben. Man kann das Personal zur Leistung nicht langfristig motivieren“, so Hornig. Die Unternehmen folgen ganz bestimmten Leistungsprinzipien. Sie sind in zahlreichen Bereichen deckungsgleich mit dem Spitzensport. Unternehmen können bei entsprechend motivierten Mitarbeitern einen größeren Umsatz erzielen.

Herausforderung für das Management

Das Training muss individuell angepasst werden, um die Leistung zu verbessern. Ein wichtiger Aspekt beim Sport, aber auch in einem Unternehmen sind das große „wir Gefühl“. Weiterhin gehören die Förderung und die Entwicklung des Personals dazu. Ein entscheidendes Kriterium sind da Klima der Fairness und die Wertschätzung gegenüber eines jeden Mitarbeiters. Weiterhin die Qualität der Führung durch das leitende Personal.

Ein Vorgesetzter ist noch lange keine Führungskraft. Er muss die die Unternehmenskultur vertreten können und mit einer entsprechenden Geisteshaltung die Mitarbeiter motivieren. Neben dem „wir Gefühl“ sind die Förderung und Entwicklung des Personals ein wichtiger Beitrag. Weiterhin muss ein Klima der Fairness und Wertschätzung im Unternehmen aufgebaut werden. Die Bereitschaft zu Veränderungen und Innovationen sind ein weiterer wesentlicher Aspekt.

Sieben Erfolgsfaktoren spielen eine Rolle: 1. Sinn/Identifikation: Wofür stehen wir? 2. Aufstellung: Spielen die Mitarbeiter auf der richtigen Position? 3. Entscheidungen: Macht oder Kompetenz? 4. Dynamik: Spielen wir auf Sieg? 5. Mentalität: Entwickeln wir Siegertypen? 6.(Selbst-) Vertrauen: Kontrolle ist gut, Vertrauen ist besser! 7. Kooperation: Schwarmintelligenz nutzen!

Als Trainer hat man im Sport keinen Einfluss auf die spielerischen Leistungen im Turnier. Einfluss hat der Trainer auf die Siegermentalität des Sportlers.

Menal toughness (Siegermentalität)

„C“ontrol: Das Wissen, dass man seine Gefühle und Gedanken kontrollieren kann und nicht deren Sklave ist.. „C“onfidence: Das Vertrauen in seine eigene Fähigkeiten „C“allenge: Die Fähigkeit, Aufgaben als Herausforderung zu sehen. „C“ommitment: Die Bereitschaft, sich voll für eine Aufgabe zu engagieren.

So ist es die Aufgabe einer Führungskraft, die Siegermentalität der Mitarbeiter zu kultivieren. Talente zu entwickeln und zu fördern. Leistungen der Mitarbeiter anerkennen und die Autonomie auszubauen. Der Mitarbeiter muss einen Fortschritt spüren. So wie im Spitzensport.
Beispiele aus dem Spitzensport: Hermann Maier berichtet: „Ich war Skirennfahrer um mich immer wieder zu testen und zu verbessern. Ich wollte immer diesen Fortschritt spüren“. Der Rennfahrer Ayrton Senna: „Ich möchte immer besser werden. Das macht mich glücklich. Immer wenn ich merke, dass sich mein Lernprozess verlangsamt, bin ich nicht so glücklich.

Jürgen Klopp: „Wer motivieren will, muss den anderen verstehen und dann auf ihn individuell auf ihn eingehen. Menschen, die sich verstanden fühlen, schöpfen Kraft aus sich selbst heraus.

Die Teambildung, wie sie bei zahlreichen Sportarten entscheidend ist, erzielt auch in einem Unternehmen bessere Ergebnisse. Die Heterogenität der Talente, wie der Kreative, der Perfektionstyp, der Macher und der Partner-Typ, sie alle sind für den Erfolg im Team entscheidend.

Spielregel für Teams sind unter Anderem: Fehler- und Lernkultur Hierarchiefreie Kommunikation Streit- und Konfliktkultur Frage-und Neugierkultur Kultur der Spielfreude Konstruktive Feedbackkultur

Führung ist eine Persönlichkeitsentwicklung der Vorgesetzten. Beispiele aus dem Spitzensport gibt es sehr viele, so Markus Hornig.

So ist auch der Krankenstand in einem Unternehmen von den Führungskräften abhängig. Er lässt sich durch das Verhalten der Führungspersönlichkeiten und durch eine positive Mitarbeiterkultur entsprechend beeinflussen, so Markus Hornig. Leistungen in einem Betrieb hängen überwiegend von der Unternehmenskultur ab. Die Qualität der Führung und die Team Regeln sind entscheidende Faktoren für das Management, die Mitarbeiter zu führen und motivieren.  Führungskräfte müssen verstehen, wie die Psyche des Menschen funktioniert und den Faktor Arbeit entsprechend angleichen. Das danken die Mitarbeiter mit Engagement, Eigenverantwortung und Identifikation. Dann ist der Weg frei zu einem High Performance Unternehmen. Gerade im medizinischen Bereich besteht noch ein großer Handlungsbedarf in der Personalförderung, so Hornig.

Markus Hornig ist diplomierter Mentaltrainer zahlreicher Spitzensportler. Unter anderem der Frauen Fußball Mannschaft. Als Referent hält er Vorträge bei Firmen und Organisationen. Er ist Sachbuchautor und Kolumnist bei Fokus Online.

Jürgen Bause

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