Bayer Healthcare Innovationen in der Patientenversorgung

Bayer Healthcare wird in 2016 etwas einführen, das das Zeug dazu hat, eines Tages als Vorbote einer Vertriebs-Revolution bezeichnet zu werden. Offensichtlich gibt es bei Bayer Manager, die wissen, dass Pharma mehr sein muss, als das Abarbeiten eines Vertriebskanals.
Für Bayer Healthcare wird die Patientenversorgung nicht länger eine Einbahnstraße sein. Die Zukunft wird belegen, dass der isolierte Blick in einen Vertriebskanal eine deutlich zu einfache Perspektive ist.
Bayer hat offensichtlich verstanden, dass „healthcare“ mehr ist, als einfach Medikamente zu verkaufen. Der Markt wird Bayers mutigen Schritt hoffentlich belohnen, wenn sie beginnen, den Vertrieb sektoren-übergreifend zu synchronisieren. Ganz im Sinne besserer Therapieergebnisse für Patienten.

Ab 2016 wird Bayer einen gemeinsamen Arzt- und Apotheken-Außendienst einsetzen. In einer Hand und gemeinsam geführt, ausgestattet mit Handwerkszeug, um Synergien zwischen Arzt und Apotheke zu heben. Es wird einer der ersten Versuche dieser Art sein, Ärzte und Apotheker in die Lage zu versetzen, gemeinsam(sic!) Therapieergebnisse zu verbessern erklärt Hanno Wolfram, Geschäftsführer von Innov8 GmbH.

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Hanno Wolfram, CEO, Innov8 GmbH

Diese Meldung hört sich auf den ersten Blick so an, als ob das Rx-Geschäft endlich verstanden hätte, wie wertvoll und bereichernd die Einbeziehung der Apotheke sein kann, wenn es um verbesserte Therapieergebnisse geht. Ist vielleicht endlich ein Rx-Business auf dem Weg, das Thema Patientenzentriertheit zu definieren? Falsch!

Es ist das Bayer-OTC-Geschäft, das eine neue Zeitrechnung öffnet. Der übliche Apotheken-Außendienst wird durch einen gleichgroßen Arztaußendienst ergänzt, der dem Arzt OTC-Produkte näherbringt. Dieser synergistische Ansatz kann von enormem Wert für beide Heilberufsdisziplinen werden. Stellen sie sich vor, da gibt es jemanden von Bayer, dem der Apotheker sagen kann: „Könnten Sie mal dem Doktor sagen, …?“ oder auf der anderen Seite ein Arzt die von Bayer angebotene Hand annimmt, um auf eine bessere oder andere Lösung bei einem Patienten, und dann noch über einen Bayer-Mitarbeiter, hinzuweisen?

Wie wertvoll kann es für einen Patienten damit werden, die Apotheke als das zu nutzen, was sie ist: ein niedrigschwelliger Zugang in das Gesundheitswesen, so Wolfram. Apotheker sehen ihre Patienten oder Kunden meist häufiger als Ärzte. Sie sind auch die einzigen, die einen wirklich umfassenden Blick auf alle Arzneimittel eines Patienten haben, verordnet von allen Fachgruppen und dann noch die selbst dazugekauften. Wenn gewünscht, haben Apotheker auch Zeit zu erläutern, Fragen zu beantworten und Therapie zu unterstützen. Wenn es die Arztrolle ist, über die Befundsuche eine Diagnose zu formulieren, dann ist es die zentrale, synergistische und damit ergänzende Aufgabe des Apothekers, Patienten zu unterstützen, ihre Therapie zu verstehen, umzusetzen und dabei zu bleiben. Hoffentlich sehen dies auch bald Rx-Verantwortliche und setzen mit einem solchen Verfahren auf das magische Thema „Patientenzentriertheit“.

Jürgen Bause

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