Tetanus Todesfall, weil ungeimpft

Wie das Robert-Koch Institut in seinem Wochenbericht Nr. 30 vom 1. August 2016 berichtete, hat es einen Todesfall in Bayern gegeben:
Eine 82 jährige Frau zog sich im April 2016 eine tiefe Schnittwunde bei der Gartenarbeit zu. In der örtlichen Klinik wurde die Patientin medizinisch versorgt. Eine Überprüfung des vorhandenen Tetanusimpfschutzes, eine Abfrage des vorangegangenen Tetanus Impfschutzes oder eine postexpositionelle Tetanus- oder Simultanimfpung (zusammen mit TIG) waren in der Krankenakte der Patientin nicht dokumentiert.

Nach der Wundversorgung ging die Rentnerin wieder nach Hause. Dort traten Schmerzen mit Gesichtsmuskelverzerrungen, Kiefersperre, Trink- und Schluckbeschwerden auf.

Die Patientin suchte nach fünf Tagen erneut die Klinik auf und wurde nach einer CT Untersuchen wegen des Verdachts auf Schlaganfall wieder nach Hause entlassen. Aufgrund der sich deutlich verschlimmernden Schmerzen wurde die Frau am Abend desselben Tages erneut in dem Krankenhaus vorstellig.
Die Frau wurde jetzt wegen der Verdachtsdiagnose Tetanus in der Klinik aufgenommen. Trotz adäquater Behandlungen mit Antibiotika, der Verlegung der Patientin in eine Neurologische Klinik und  im Anschluss in eine UNI-Klinik – verstarb sie schließlich an kardialer Dekompression am 27. Tag nach der Verletzung an den Folgen der Infektion mit Clostridium Tetani (Tetanus), so das RKI.

Fazit: Tetanusfälle sind in Deutschland nicht selten. Während die Kinder gut durchgeimpft sind, sind laut. Studien etwa ein Drittel der ab 60 jährigen gegen Tetanus nicht geimpft. Besonders Frauen und Personen mit Migrationshintergrund.

Jürgen Bause

 

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Pharma-Zukunft ist besser, weil anders

Biberach, 20. Juli 2016. „Heute ist die Rolle des Außendienstes ziemlich klar. Entsprechend des Besuchsplans besucht er den Arzt, liefert seine Nachricht ab und berichtet Vollzug. Danach geht er zum nächsten Arzt und wiederholt es.“ So beschreibt den Pharma-Außendienst Robert Chu von IMS. Einer, der es wissen sollte.

Wenn dies wirklich so ist, sind Zukunftssorgen mehr als berechtigt. Der Satz belegt, dass sich in den letzten 30 Jahren in den Unternehmen nur wenig verändert haben kann. Dabei steigt der Veränderungsdruck von außen weiter. Veränderung hat intern aber zu wenig Bedeutung, denn die Gewinne der Pharmaindustrie sind auf einem mehr als auskömmlichen Niveau.

Ernst & Young hat im Juni 2016 berichtet, dass die TopTen der Pharmabranche insgesamt auf eine EBIT-Marge von gut 26 % kommen. Die großen Biotech-Unternehmen erreichen allesamt mehr als 40 %. Im direkten Vergleich erreichen Automobilzulieferer 2015 global eine Rekordmarge von gerade einmal 7,6%. Der Vergleich von drei deutschen Pharmaunternehmen zeigt auf, warum es operativ wenig Grund zur Änderung zu geben scheint. Generikahersteller können davon wahrscheinlich nur noch träumen, denn die Rabattverträge haben in den letzten Jahren ihren Tribut gefordert. Nachdem die Bundesregierung mitgeteilt hat, dass die Einsparungen aktuell mehr als 3,6 Milliarden € betragen, ist dies eine Summe, die nicht mehr als Gewinn, sondern als Rabatt verbucht werden muss.

03 EBIT vs Auto

Wahrscheinlich lässt es sich mit weniger als 40% Profit ebenfalls gut leben. Selbst geringe Margen müssen aber abgesichert werden, denn Pharmaunternehmen sägen mit Rabatten weiter an ihrem eigenen Rendite-Ast.

Bei den weitaus meisten Arzneimitteln gilt inzwischen freie Austauschbarkeit. Vor etwa 10 Jahren ist die Pharmaindustrie dem Gesetzgeber auf den Leim der vertraglichen Beziehungen zwischen Krankenkassen und Arzneimittelherstellern gegangen. Seitdem dreht sich die Rabattspirale, Margen und Anzahl der Pharmaunternehmen werden nach dem Motto kleiner: „Wenn man sich nicht unterscheidet, sollte man mindestens billig sein.“ Bei näherem Hinsehen erscheint es doch an der Zeit, dem Verfall von Preisen und Margen etwas entgegen zu setzen. Einen aktiven Beitrag für Leistungserbringer und die bessere Versorgung von Patienten zu leisten, ist sicher zukunftsträchtiger, als nur Tablettenschachteln zu verkaufen. Das Gesundheitssystem braucht dringend das Wissen, die Fähigkeiten und Ressourcen der Pharmaindustrie.

Von den HealthcareShapers und mit InteractiveMedica als Sponsor, wurde das Pharma-Colloquium als Katalysator neuer Geschäftsmodelle konzipiert. Entscheider und Gestalter sind eingeladen, in der DenkWerkstatt mit zu überlegen, wie Fähigkeiten und umfassendes Wissen von Pharmaunternehmen für eine bessere Patientenversorgung eingesetzt und daraus zukunftsrobuste Geschäftsmodelle begründet werden können.

Am 27. / 28. Oktober treffen sich Entscheider und Gestalter aus Pharma-Unternehmen zum ersten Pharma-Colloquium. In dieser gemeinsamen Denk-Werkstatt soll überlegt werden, wie die weitreichenden Fähigkeiten, das umfassende Wissen und die vorhandenen Ressourcen von Arzneimittelherstellern für eine bessere Patientenversorgung eingesetzt werden können.

Zielgerichtet mit Healthcare Pressedienst kommunizieren

Ulm. Die Kommunikation mit Kunden und den Fachgremien erfolgt nicht nur durch direkte Kontakte über den Außendienst.
Neben den Social-Medien werden die Anwender auch durch Beiträge in Fachzeitschriften auf neue Entwicklungen und Technologien aufmerksam. Mit dem Medizin-Nachrichtendienst der AGS haben Unternehmen die Möglichkeit, Redaktionen der medizinischen Fachpresse zielgerichtet zu informieren

Nach einer Studie halten 74 Prozent der Top-Manager die Pressearbeit für wichtig, doch nur wenige Unternehmen nutzen diese Kommunikationsmöglichkeiten.

Werden die Presseinformationen so erstellt, dass sie journalistischen Ansprüchen genügen, besteht auch die Chance, dass die Informationen bei den Journalisten auch Verwendung finden.
Sämtliche Redaktionen der Fachpresse und der Publikumsmedien werden regelmäßig mit Neuigkeiten aus dem Gesundheitssektor versorgt. „Firmen und Institutionen nutzen den Medizin-Nachrichtendienst der AGS seit 2013. „Dieser Nachrichtendienst ist im deutschsprachigen Raum ein Novum“ so Jürgen Bause, Chefredakteur des Nachrichtendienstes. „Derzeit werden bis zu 12.500 Empfänger mit Nachrichten informiert“, so Bause

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Jürgen Bause

 

 

Manager, die keine Zeit zum Erstellen von Pressemeldungen haben, greifen auf erfahrene Journalisten der Redaktion zurück.
Der Medizin-Nachrichtendienst ist für zahlreiche pharmazeutischen Unternehmen und medizintechnischen Firmen ein wichtiger Nachrichtenkanal.

Informationen unter http://www.ags-medienservice.de/pressedienst.html

Auf die Kommunikation von medizinischen Themen und Technologien hat sich seit über dreißig Jahren AGS Medienservice spezialisiert und betreut Kunden der pharmazeutischen- und medizintechnischen Industrie sowie medizinische Organisationen.

AGS Medienservice mit AGS Medizin-Nachrichtendienst Jürgen Bause, Chefredakteur Panoramastrasse 38 89608 Griesingen/b. Ulm Telefon 0739171817 Telefax 0739171819 Mail info@ags-medienservice.de

Honorare der Pharmaindustrie

Biberach, 12. Juli 2016. VFA-Hauptgeschäftsführerin Birgit Fischer und FSA-Geschäftsführer Dr. Holger Diener haben am 20. Juni in Berlin die sog. Transparenzoffensive vorgestellt. Danach haben im Jahr 2015 die Mitgliedsunternehmen des Verbandes der forschenden Arzneimittelindustrie insgesamt 575 Millionen Euro an Ärzte und andere Angehörige der medizinischen Fachkreise überwiesen.

Fast zeitgleich mit der Veröffentlichung dieser Daten wurde im JAMA, einem der renommiertesten amerikanischen Medizinjournale, eine Studie zum Einfluss von Honoraren der Pharmaindustrie auf das Verordnungsverhalten von Ärzten veröffentlicht. Daraus geht hervor, dass, bewusst oder unterbewusst, durch Zuwendungen eines Pharmaunternehmens die Verordnungshäufigkeit bestimmter Medikamente ansteigt. Selbst eine einmalige Essenseinladung resultierte bereits in einer höheren Verschreibung des Originalproduktes. Dass damit die Kosten für das Gesundheitswesen steigen, erklärt sich von selbst.

Als legitim sieht der Herausgeber von JAMA, Robert Steinbrook, dass Investitionen von Pharma-Unternehmen sich lohnen müssen. Er forderte aber auch, dass die Pharmaindustrie mehr in gute Studien zur Arzneimittelsicherheit, deren Wirksamkeit und Erschwinglichkeit investieren sollte, anstatt Vortragshonorare, Spesen und Reisekosten und andere Aktivitäten ohne medizinischen Hintergrund zu finanzieren.

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Es gibt gute und wissenschaftliche Gründe, dass die Pharmaindustrie auch nach der Zulassung in ihre Arzneimittel investiert und von Gesetzes wegen sogar investieren muss. Ebenso müssen die beteiligten Ärzte und Institutionen für ihre Arbeit sachgerecht honoriert werden. In der Sekunde, wo dieses Geld aus einem Marketingbudget fließt oder nur dazu gedacht oder gar geplant ist, Verordnungen von Arzneimittel zu vermehren, ist das gesamte Verfahren fragwürdig und ggf. sogar gesetzeswidrig.

Im Unterschied zu früher, sind bezahlte Verordnungen heute Verlustbringer. Sie bringen Verluste am höchsten Gut, das ein Unternehmen besitzt: Verlust an Vertrauen und Reputation. Die beteiligten Ärzte setzen ihre Vertrauenswürdigkeit ebenso aufs Spiel. Patienten, die kein Vertrauen (mehr) haben, werden ihre Medikamente nicht nehmen. Damit kann die Pharmaindustrie die Heilungs- oder Linderungs-Versprechen nicht mehr halten. Ein wirklicher, auch wirtschaftlicher Teufelskreis für alle Beteiligten, der letztlich Solidarbeiträge verschwendet.

Wenn dann Ärztepräsident Montgomery fordert, dass die Industrie nur noch mit solchen Ärzten zusammenarbeitet, die der namentlichen Veröffentlichung der Zuwendungen zustimmen, wird es höchste Zeit, das Geschäftsmodell der Pharmaindustrie zu überdenken.

Am 27. / 28. Oktober treffen sich Entscheider und Gestalter aus Pharma-Unternehmen zum ersten Pharma-Colloquium. In dieser gemeinsamen DenkWerkstatt soll überlegt werden, wie die weitreichenden Fähigkeiten, das umfassende Wissen und die vorhandenen Ressourcen von Arzneimittelherstellern für eine bessere Patientenversorgung eingesetzt werden können.

www.Pharma-Colloquium.de

Buchbesprechung Schwachstelle Rücken

Rückenschmerzen sind ein Graus. Die Fehlbelastungen im Alltag sind eine der Hauptursachen. Und welcher der Betroffenen will ständig Schmerzmittel einnehmen, um die Schmerzen zu dämpfen?
Da helfen vielfach nur Maßnahmen, um Muskeln zu stärken und auch zu dehnen.
Zahlreiche Übungen können auch in der Wohnung absolviert werden. Und sie sind sehr wirkungsvoll. 50 starke Rückenübungen, die man teils bereits in der Physiotherapie gelernt hat, wurden von dem Autoren Kay Batrow zusammengestellt. Der Physiotherapeut hat sehr größten Wert darauf gelegt, dass mit den Übungen sämtliche Abschnitte des Rückens gedehnt und stabilisiert werden.

8335b4903f4ca5f8f6f7c93fbd9310f8Sehr gut gefallen haben mir die Erläuterungen und Abbildungen. Klar verständlich und ohne „Schnickschnack“. Der Text sehr gut zu lesen und die Darstellungen sind für Betroffene nachvollziehbar. Je nach Rückenleiden und persönlichem Befinden kann man Übungen absolvieren, um sich aus dem „Teufelskreis“ des Schmerzes zu befreien. Oft reichen bereits kleine Maßnahmen um die Schmerzen zu besiegen.
Auf etwa 60 Seiten werden die Funktionen der Wirbelsäule erklärt, die Ursachen des Schmerzens erläutert. Ein Rückeneignungstest zeigt dem Leser des Buches die Schwachpunkte der eigenen Wirbelsäule und die Bewegungseinschränkungen auf.
Das Buch ist für jeden „Rückengeschädigten“ sehr zu empfehlen.

Bartow, Kay: Schwachstelle Rücken. 1.Auflage 2014; 180 Seiten, 122 Abbildungen. Trias Verlag Stuttgart. ISBN 978-3-8304-6902-5 Ladenpreis: 19,99 Euro