Datenschutz in der Medizin im Fokus der Cyber-Kriminalität

Fachtagungen in Berlin und Mainz informieren Klinik ITler

Die Gesundheitsbranche befindet sich im Umbruch. Immer höhere medizinische Leistungen werden von den Gesundheitseinrichtungen verlangt, möglichst unter günstigem Kostenrahmen. Ihre Organisationstrukturen müssen sich dem Wandel der Medizintechnik und   der schwieriger werdenden Gewinnlage permanent stellen. Hinzu kommt ein hoher Modernisierungsdruck in der IT der  medizinischen Betriebe , sowohl im Behandlungsbereich  als auch in der Verwaltung. Neue Techniken bedeuten aber immer auch neue Gefahren für die Patientendaten. Die Telemedizin ist hier nur eines vieler Beispiele.

Speziell die Entwicklung der Cyber-Kriminalität macht vor der Gesundheitsbranche keinen Halt, im Gegenteil, sind Gesundheitsdaten doch ein wertvolles Handelsgut und zudem besonders anfällig für Erpressungen. Der fast täglich vorkommende, klassischen Fall:Zunächst wird in das System ein Trojaner eingeschleust, meist über den Anhang  einer mail, der alle Daten verschlüsselt. Eine Entschlüsselungsmöglichkeit bekommt nur, wer zunächst Lösegeld zahlt, oft in bitcoins.

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Fachtagung Datenschutz in der Medizin

 

Die Weiterentwicklung der normativen Grundlagen des medizinischen Datenschutzes unterliegt ebenfalls momentan einer besonderen Dynamik: erwähnt seien nur das e-health-Gesetz,  und das IT-Sicherheitsgesetz . Gravierende Auswirkungen wird die EU Datenschutzgrund-VO aber haben, die den deutschen Gesetzgeber zwingt, bis spätestens 25.5.2018 auch alle speziellen Datenschutzregeln für den Gesundheitsbereich der VO anzupassen.

Die Tagungen „Datenschutz in der Medizin-Update 2016“ am 10.11.16 in Berlin und am 15.11.16 in Mainz „Datenschutz im Pflegebereich-Update 2016“  bieten zu den wichtigsten Themen aktuelle Informationen.Details über http://www.esturias.de“

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Wie kommen die gefürchteten multiresistenten Bakterien ins Krankenhaus?

PRESSEMITTEILUNG
 
In Deutschland sterben bis zu 15.000 Patienten im Jahr an Krankenhausinfektionen, so schätzt das Nationale Referenzzentrum für die Überwachung dieser Infektionen. Eine große Rolle spielen hier die multiresistenten Bakterien, denen die gängigen Antibiotika nichts mehr anhaben können. Doch wo kommen diese Keime her? Dieser Frage gingen DZIF-Wissenschaftler von der Uniklinik Köln nach und fanden in einer der bisher größten Studien dieser Art in Europa heraus, dass fast zehn Prozent der aufgenommenen Krankenhauspatienten die gefürchteten Keime bereits von zu Hause mitbringen.

„Dass fast jeder zehnte Patient mit multiresistenten Keimen besiedelt ist, wenn er in der Klinik ankommt, war für uns überraschend“, erklärt Dr. Axel Hamprecht von der Uniklinik Köln. Er und Prof. Harald Seifert, ebenfalls Uniklinik Köln, hatten zusammen mit Kollegen aus der Charité Berlin diese Studie koordiniert, an der sich sechs deutsche Universitätskliniken beteiligten. Über 4000 Erwachsene wurden bei Klinikaufnahme anhand von Stuhlproben oder Rektalabstrichen auf multiresistente Enterobakterien untersucht. Enterobakterien wie Escherichia coli sind Bestandteil der normalen Darmflora und haben – so lange sie auf den Darm beschränkt sind – keinen Krankheitswert. Sie können jedoch Infektionen in anderen Organen hervorrufen wie zum Beispiel eine Harnwegsinfektion. Wenn eine Infektion durch multiresistente Bakterien hervorgerufen wird, ist diese sehr viel schwieriger zu therapieren und erfordert den Einsatz von Reserveantibiotika. Besonderes Augenmerk legten die Forscher in ihrer Untersuchung auf eine Gruppe von multiresistenten Bakterien, die häufig in Krankenhäusern Probleme bereiten: die sog. 3. Generations-Cephalosporin-resistenten Enterobakterien (3GCREB). Diese multiresistenten Darmbakterien, die unter anderem gegen Cephalosporine resistent sind, haben sich in den vergangenen Jahren weltweit ausgebreitet. Cephalosporine sind Antibiotika, die ähnlich wie das Penicillin den Aufbau der bakteriellen Zellwand hemmen und die Bakterien auf diese Weise töten. Die neueren Cephalosporine der dritten Generation wirken gegen ein breites Spektrum an Bakterien und gehören zu den am häufigsten eingesetzten Antibiotika. Doch die Bakterien setzen sich zur Wehr und haben im Laufe der Zeit ein Enzym erworben, die Beta-Laktamase, das diese Antibiotika unwirksam macht. Enterobakterien werden durch Schmierinfektion, meistens über Fäkalien oder über Lebensmittel übertragen.   Jeder zehnte Patient bringt die Keime mit ins Krankenhaus Von den 4376 Erwachsenen, die bei Aufnahme in eine der beteiligten Kliniken auf die 3GCREB-Keime untersucht wurden, waren 416 Träger dieser multiresistenten Keime. Diese Häufigkeit war bisher in Deutschland nicht bekannt. Besonders häufig fanden die Wissenschaftler Escherichia coli-Bakterien, die Beta-Laktamasen produzieren, sog. ESBL-Enterobakterien. Die Häufigkeit der multiresistenten Keime war von Klinik zu Klinik unterschiedlich. Um ursächliche Faktoren für die Besiedelung mit diesen Bakterien aufzudecken, beantworteten die Patienten ergänzend einen Fragenkatalog zu bisherigen Klinikaufenthalten oder Lebensgewohnheiten. „Patienten nach Antibiotika-Einnahme und Reisende außerhalb Europas sind gefährdeter“, nennt Hamprecht zwei wichtige Ergebnisse der Recherchen. Experten raten zu mehr Hygiene und weniger Antibiotika Was kann getan werden, um die multiresistenten Keime möglichst frühzeitig aufzuhalten? „Bei so vielen Betroffenen funktioniert die Strategie einer Isolation innerhalb des Krankenhauses nicht mehr“, ist sich Hamprecht sicher. Zudem gebe es bei 3GCREB im Gegensatz zu anderen multiresistenten Bakteriengruppen wie MRSA (Methicillin-resistente Staphylococcus-aureus)-Stämme keine etablierten Sanierungsmöglichkeiten.“ Stattdessen empfehlen Hamprecht und Seifert bessere Hygienemaßnahmen in Kliniken und Praxen, einen rationalen Umgang mit Antibiotika sowie insbesondere eine Reduktion nicht gerechtfertigter Antibiotika-Gaben und mehr Schulungen für Ärzte. Die Studie wurde im Rahmen der Antibiotika-Therapie-Optimierungs-Studie (ATHOS) durchgeführt. Weitere beteiligte Zentren sind die Charité Universitätsmedizin Berlin sowie die Unikliniken in Freiburg, Lübeck, München und Tübingen. Publikation A Hamprecht, A M Rhode, M Behnke, S Feihl, P Gastmeier, F Gebhardt, WV Kern, J K Knobloch, A Mischnik, B  Obermann, C Querbach, S Peter, C Schneider, W Schröder, F Schwab, E Tacconelli, M Wiese-Posselt, T Wille, M Willmann, H Seifert, J Zweigner; im Auftrag der DZIF-ATHOS Study Group Colonization with third-generation cephalosporin-resistant Enterobacteriaceae on hospital admission: prevalence and risk factors. J Antimicrob Chemother 2016 Jun 17. Epub 2016 Jun 17. Doi:10.1093/jac/dkw216 Sie finden eine Abbildung auf unserer Homepage

Im Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) entwickeln bundesweit rund 350 Wissenschaftler aus 35 Institutionen gemeinsam neue Ansätze zur Vorbeugung, Diagnose und Behandlung von Infektionskrankheiten. Ziel ist die sogenannte Translation: die schnelle, effektive Umsetzung von Forschungsergebnissen in die klinische Praxis. Damit bereitet das DZIF den Weg für die Entwicklung neuer Impfstoffe, Diagnostika und Medikamente gegen Infektionen. Mehr Informationen finden Sie unter www.dzif.de.

Magenkeim Helicobacter pylori ist ein Gesundheitsrisiko – erhöhtes Krebsrisiko auch ohne Beschwerden

Gelsenkirchen. Etwa die Hälfte der erwachsenen Menschen sind in Deutschland mit dem Magenkeim Helicobacter pylori (HP) infiziert. Nicht immer kommt es zu Beschwerden wie Magenschmerzen, Unwohlsein, Magenschleimhautentzündung (Gastritis) oder zur Bildung von Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüren (Ulzera).

Auch wenn eine Infektion mit HP keine Beschwerden verursacht erhöht sie das Risiko an Magenkrebs zu erkranken, so die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselerkrankungen(DGVS). Eines der Übertragungswege ist das Schmusen und Küssen der Eltern mit dem Kind, so der Gastroenterologie Priv. Doz. Matthias Banasch St. Elisabeth-Hospital, Abt. Innere Medizin I, Herten auf einer Fachtagung.

Keim ist nicht ungefährlich

Die Betroffenen merken von der Keimbesiedelung durch HP vielfach nichts. Dieser Keim schützt sich selbst durch eine Produktion von Ammoniak vor der Magensäure und kann so in dem Millieu der Magensäure überleben. Erkrankungen des Magens, bis hin zum Magenkrebs können die Folgen sein, wenn der Keim nicht entdeckt wird.

Erst kürzlich wurde eine neue Leitlinie der DGVS zur Beseitigung dieses Magenkeims veröffentlicht. Diese „Eradikationstherapie“ (Beseitigung) des Helicobacter pylori wurde von Wissenschaftlern neu überarbeitet.

Verlässliche Diagnostik

Vor jeder Eradikationstherapie steht allerding die verlässliche Diagnose der Helicobacter pylori Infektion. Ein neuer Atemtest wurde von dem schwedischen Unternehmen Kibion SE® entwickelt .Dieser ist auch in der neuen Leitlinie für Ärzte mit einer „starken Empfehlung“ ausgestattet. Der Diabact UBT Test lässt sich leicht vom Patienten oder vom medizinischen Fachpersonal durchführen. Der Patient  atmet zwei Atemproben in unterschiedliche Röhrchen aus. Anschließend nimmt er eine spezielle Diabact® UTB Tablette ein. Nach weiteen 10 Minuten gibt er erneut zwei Atemproben in die Röhrchen ab. Alle Röhrchen werden zur Analyse in ein Speziallabor geschickt. Durch die Zuverlässigkeit des Tests wird eine Diagnosesicherheit von an die 100 Prozent erreicht.

Tagungsbericht von Jürgen Bause

https://de.wikipedia.org/wiki/13C-Harnstoff-Atemtest

Rhetorik und Kommunikationsstrategien

Die Konrad-Adenauer-Stiftung führte unter der Leitung von Herrn Wolfram Obert, Dozent für Rhetorik und Kommunikationsstrategien an der Universität Fribourg/Schweiz vom 22. bis 23. Juli einen Lehrgang durch. Die Teilnahme hat sich gelohnt.

Jürgen Bause