Studie: Qualifikation des Pflegepersonals beeinflusst Sterblichkeit von Klinikpatienten

Die Behandlung in einem Krankenhaus mit einem hohen Anteil von minder qualifizierten Pflegekräften geht mit einem erhöhten Sterberisiko der Patienten einher. Zu diesem Ergebnis kommt eine Querschnittstudie in BMJ Quality & Safety(2016; doi: 10.1136/bmjqs-2016-005567). Ein Grund könnte die Zunahme von Pflegefehlern sein, so das Deutsche Ärzteblatt auf der Onlinemitteilung vom 17. 11.2016.

Der finanzielle Druck, Reformen im Gesundheitswesen und die Personalknappheit veranlassen viele Krankenhäuser, ihren „nurse skill mix“ zu überdenken. Die Besetzung von offenen Stellen mit Pflegehelfern statt mit examinierten Pflegekräften erscheint hier ein effizienter Weg, um Kosten einzusparen. Pflegehelfer müssen nicht eine mehrjährige Ausbildung durchlaufen, sie können in einem „on-the-job“-Training auf ihre Tätigkeit auf Station vorbereitet werden. In Spanien beträgt der Anteil der Pflegekräfte ohne Ausbil­dung 46 Prozent, in England sind es 43 Prozent, in Deutschland dagegen nur 18 Pro­zent.

Eine Gefahr besteht darin, dass angelernte Hilfskräfte häufiger Fehler machen. Dies kann dazu führen, dass die Patienten Druckgeschwüre oder Harnwegsinfektionen entwickeln oder sich schwere Stürze zuziehen, was ihre Prognose verschlechtern könnte. Die RN4CAST-Studie (für„Registered Nurse Forecasting“) hat hierzu eine Umfrage in sechs Ländern (Belgien, England, Finnland, Irland, Spanien und Schweiz) durchgeführt. An 243 Kliniken wurden 13.077 Pflegekräfte und an 182 auch 18.828 Patienten nach ihrer Zufriedenheit befragt. Für 188 Kliniken standen zudem die Entlassungsdaten einschließlich der Todesfälle zur Verfügung.

Die Auswertung von Linda Aiken von der University of Pennsylvania School of Nursingund Mitarbeitern zeigt, dass mit dem Anteil des Hilfspersonals an der Pflege nicht nur die Frustration des Personals (bis zum Burn-out) und die Unzufriedenheit der Patienten steigt. Es bestand auch eine Korrelation zum Sterberisiko der Patienten.

Jede Verbesserung des „nurse skill mix“ um zehn Prozent (im Anteil der examinierten Personen am Gesamtpflepersonal) ging mit einem Rückgang der Mortalität um elf Prozent einher, schreibt Aiken. Die Odds Ratio (OR) von 0,89 war mit einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von 0,80–0,98 signifikant. Gleichzeitig nahm der Anteil der Patienten, die die Pflegequalität in der Klinik als schlecht beurteilten um zehn Prozent ab (OR 0,90; 0,81–0,99). Auch das Pflegepersonal klagte seltener über eine schlechte Qualität (OR 0,89; 0,80–0,98) und berichtete seltener über Druckgeschwüre (Odds Ratio 0,85; 0,73–0,98), Stürze mit Verletzungen (OR 0,80; 0,71–0,91) oder Harnwegsinfektionen (OR 0,88; 0,78–1,00). Die Krankenschwestern und -pfleger klagten seltener über eine Unzufriedenheit im Beruf (OR 0,91; 0,83–0,99) oder einen Burn-out (OR 0,89; 0,80–1,00).

Donnerstag, 17. November 2016

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Neue Pflegeausbildung ist der Ruin

Auszubildende, Träger, Berufsverbände, Schulen und Leitungskräfte der Wohlfahrt sind mit absoluter Mehrheit gegen die generalistische Pflegeausbildung

Die Diskussionen um das Pflegeberufereformgesetz reißen nicht ab. Die Befürworter schwinden, und auf allen Ebenen gibt es breiten Widerstand. So kam eine repräsentative Umfrage einer Pflegefachzeitschrift zu dem Ergebnis, dass 79 Prozent der Leitungskräfte von Pflegeeinrichtungen der Wohlfahrt und 88 Prozent der privaten Träger gegen die Generalistik sind. Nun versuchen die Befürworter der Generalistik massiv Druck auf die Bundestagsabgeordneten auszuüben, die zu Recht die Zusammenlegung der Kranken-, Kinderkranken- und Altenpflege ablehnen

Dabei scheuen sie sich nach Ansicht des Bündnisses für Altenpflege nicht einmal, offenkundig falsche Zahlen zu verbreiten. „Es wird behauptet, dass bereits jetzt 90 Prozent der Inhalte der drei Ausbildungen gleich wären. Das ist schlicht und ergreifend falsch. Wenn dem so wäre, wäre die Generalistik längst umgesetzt. Jedoch lässt sich an diesen Angaben ablesen, wie die inhaltliche Ausrichtung der neuen Ausbildung gestaltet sein würde: maximal 10 Prozent spezifisches Wissen und Können für die Kinderkrankenpflege und die Altenpflege. Das macht deutlich, dass diese beiden Bereiche die großen Verlierer der Reform sein werden“, erläutert Bündnis-Sprecher Peter Dürrmann laut einer Presseinformation vom Bündnis für Altenpflege vom 9. November.

Birgit Hoppe, als Vorsitzende des Arbeitskreises Ausbildungsstätten Altenpflege (AAA) Mitglied des Bündnisses für Altenpflege, weiß aus der Praxis und der Gefühlslage der angehenden Altenpflegerinnen und -pfleger zu berichten: „Neulich sagte mir ein Auszubildender mit Blick auf die gut ausgelasteten Jahrgänge, bei Einführung der Generalistik würde bald nur noch die Hälfte der Leute hier sitzen. Die Gründe? Man entscheide sich bewusst für diesen und keinen anderen Beruf. Und in der neuen Ausbildung fiele auch die berufsbegleitende Ausbildung weg, die für viele der einzig gangbare Weg ist.“

Auch die Auszubildenden Hilda Künzer und Jessica Göhler bestätigen, dass in ihrem Jahrgang die überwiegende Mehrheit gegen die Generalistik ist: „Mit der Abschaffung der Altenpflegeausbildung verschwindet ein großer Teil der Ausbildungsinhalte und altersspezifischer Themen“, prognostiziert Jessica Göhler, während Hilda Künzer hinzufügt: „Ich bin gegen die Abschaffung der Altenpflegeausbildung, weil Altenpflege auch Empathie braucht und diese in einer generalistischen Ausbildung zu kurz kommt.“

Jürgen Bause

Versorgung chronischer Wunden weiterhin unbefriedigend. Bericht vom Wundkongress 2016 in Bremen

Bremen (ags) Die 26. Confernce oft the European Wound Management Association (EWMA 2016) und der Deutsche Wundkongress wurden in diesem Jahr gemeinsam in Bremen veranstaltet. Über 6000 Fachbesucher aus den Anrainerstaaten und Deutschland besuchten die dreitägige Veranstaltung. Ein Highlight stellte die Firma Crawford Healthcare Deutschland GmbH auf einer Pressekonferenz vor.

Die moderne Wundversorgung wird in Deutschland vielfach noch stiefmütterlich behandelt. Mehr als zwei Millionen Patienten mit chronischen Wunden sind auf die Hilfe speziell ausgebildeter Ärzte und Krankenpflegepersonal (sog. Wundmanager) angewiesen.

Die Wundspülung und Wundreinigung sind immer eine Herausforderung. Schließlich sollen die Wunde und die Umgebung frei von pathogenen Keimen gehalten werden. Zwischenzeitlich sind Substanzen und Produkte auf dem Markt, die den Ansprüchen der modernen Wundreinigung vollumfänglich genügen, so der Dermatologe und Wundexperte Dr. med. Thomas Eberlein aus Leipzig. KerraSol® von der Firma Crawford Healthcare Deutschland GmbH ist ein Produkt, das auf der ECA-Technologie basiert. Das heißt, durch eine elektrochemische Aktivierung einer Natriumchlorid-Lösung. Dabei ist sie von Ihren Grundbestandteilen zunächst einmal eine sehr gut beschriebene und sehr einfache Substanz. Die im Rahmen dieser elektrochemischen Aktivierungsprozesse sich bildenden Reaktionsprodukte werden seit langer Zeit für den medizinischen Einsatz verwendet, so Dr. Eberlein. Ein großes Problem waren immer die Stabilität und die Definition der einzelnen Bestandteile. Das Besondere an KerraSol® ist, dass es in dieser Substanzgruppe eine einmalige Haltbarkeit und Stabilität gewährleistet und dabei eine hervorragende Effizienz und damit sehr gute und absehbare Effekt aufweist, so der Wundexperte.

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Dermatologe und Wundexperte Dr. med. Thomas Eberlein            Foto: Jürgen Bause

 

In der Gruppe der Natrium-Chlorid-Elektrolyse-Lösungen nimmt KerraSol® einen vorderen Platz ein. Dies in Hinblick auf die bereits beschriebenen Eigenschaften. Dabei sind die Haltbarkeit nach Herstellung und nach Anbruch der Produkte und die Anwendung für den professionellen Anwender wie auch für den Patienten ganz bedeutsame Tatsachen. „Es geht ja auch darum, wie lange ich ein Produkt verwenden kann,“ betonte Dr. Eberlein. Da die Wundspüllösungen in der ambulanten Versorgung größtenteils vom Patienten selbst bezahlt werden müssen, hat das einen erheblichen ökonomischen Stellenwert. Wenn das Ganze noch mit einer exzellenten Effektivität verbunden ist, sind das positive Eigenschaften, die das besondere Produkt auszeichnen.
Versorgung chronischer Wunden weiterhin unbefriedigend

Seit Langem steht die ambulante Versorgung chronischer Wunden im Vordergrund der Diskussion, so Dr. Eberlein. Insgesamt ist die Versorgungssituation aber nach wie vor unbefriedigend. Es sind vor allen Dingen viele kleine banale Probleme, die auf eine Lösung warten. Das beginnt bei einer vernünftigen dekontaminierenden Wundreinigung und endet mit der Erfüllung grundlegender hygienischer Erfordernisse im Zusammenhang mit dem Verbandwechsel. Irgendwie versuchen die betroffenen Patienten sich an die chronische Wunden zu gewöhnen. Hervorstechende Eigenschaften von Wunden, wie Schmerzen, extreme Wundgerüche und unkontrollierte Exsudation belasten die Lebensqualität der Betroffenen und ihren Angehörigen erheblich. Es ist die Aufgabe, diese negativen Eigenschaften, die die Lebensqualität der Patienten beeinflussen, gut, schnell und effizient zu verbessern. Hier kann die ECA-Lösung einen sehr guten Beitrag leisten. Es haben sich Qualitätsstandards gebildet. Einerseits durch die Entwicklung einer S3-Leitlinie, zum anderen ist die Thematik auch immer mehr in den Fokus bei den Ärzten und Pflegepersonal gerückt.

MDK Arbeit der Krankenkassen gab nötigen Impuls

Ein Vorteil sieht der Wundexperte Dr. Eberlein durch die Tätigkeit der medizinischen Dienste (MDK) der Krankenkassen. Der Dienst überprüft das Vorhandensein der erforderlichen Qualifikation des Pflegepersonals systematisch. Eirichtungen der ambulanten und stationären Pflege müssen Fachkräfte für die ambulante Wundversorgung vorhalten. Das hat natürlich dem medizinischen Wissensstand bei der Wundversorgung einen Schub gegeben.P1000506

Dr. Eberlein bedauert, dass es bislang keine zuverlässigen guten Inzidenz- und Prävalenz-Daten über die Versorgung chronischer Wunden in Deutschland gibt. Man kann davon ausgehen, so der Experte, dass in Deutschland wahrscheinlich mehr als 2 Millionen Patienten mit chronischen Wunden und Wundheilungsstörungen gibt.

 

Bericht von der Pressekonferenz und Fotos Jürgen Bause

Presseinformation: Crawford Healthacare GmbH erobert deutschen Markt in der Wundversorgung

LOGO                        Britisches Unternehmen auf Expansionskurs

Valley (Obb.), 26. April 2016. Crawford Healthcare GmbH ist seit Anfang 2015 in Deutschland vertreten. Mit innovativen Produkten für die Wundversorgung will das britische Unternehmen jetzt auch den deutschen Markt erobern.

In Großbritannien gehört Crawford Healthcare zu den Playern im wachsenden Bereich der Wundversorgung. Innerhalb weniger Jahre erreichte das Unternehmen mit 30 Prozent jährlichem Umsatzwachstum Platz 4.

Mit richtungsweisenden Produkten und sehr gut ausgebildeten Mitarbeitern will man nach Aussage des deutschen Geschäftsführers, Sascha Haas, jetzt den deutschen Markt erobern.

Die großen Erfolge des Unternehmens in Großbritannien und den USA haben gezeigt, dass mit innovativen Produkten die Wundversorgung nachhaltig verbessert werden kann. Hier sieht Haas noch erhebliches Potential für Qualität und Wirtschaftlichkeit bei der Versorgung chronischer Wunden in Deutschland.

Ziel ist eine nachhaltige Partnerschaft mit Ärzten, Pflegekräften, Patienten und den Kostenträgern, um eine qualitativ hochwertige Wundversorgung zu garantieren.

Zielsicherer Kampf gegen Keime

Als wichtige Aufgabe in der Wundbehandlung sieht das Unternehmen eine effektive Reinigung der Wunde. Hier hat Crawford Healthcare Produkte zur Wundreinigung (KerraSolTM)  mit elektrochemischer Aktivierung auf den Markt gebracht. Durch den Elektrolysevorgang dringt die Lösung auch in die entlegensten Bereiche der Wunde vor. KerraSol TM  wird anlässlich der Fachmesse EMWA 2016 in Bremen erstmals der Fachöffentlichkeit vorgestellt. Diese neue und richtungsweisende Technologie wird künftig Bestandteil einer erfolgreichen antimikrobiellen Wundbehandlung sein.

In Großbritannien ist Crawford Healthcare seit 2005 mit innovativen Produkten für die Wundversorgung tätig. Derzeit belegt das Unternehmen den 4. Platz im Ranking der Wundversorgung. In Großbritannien, USA und seit 2015 in Deutschland, ist Crawford Healthcare ein richtungsweisendes Unternehmen. In Forschung und Entwicklung (F&E) investierte die Firma mehr als 16 Millionen britische Pfund.

 

Crawford Healthcare GmbH
Medizinpark 1
83626 Valley/Obb.
Telefon 08024 4686820
E-Mail info@crawfordhealthcare.de