POCT Symposium 2017 München, Tagungsbericht

Der Fortschritt in der PCR-Diagnostik hat sich in den vergangenen Jahren rasant entwickelt. Gerade wenn es sich um medizinische Notfallsituationen handelt, sind Sekunden entscheidend. Zahlreiche Firmen stellten auf dem POCT (Point-of-Care Testing) Symposium in München Neuentwicklungen in der Sofortdiagnostik vor. Zwei Neuerungen fielen besonders auf.

Bei Herzinfarkten dauert es bis zu einer Stunde bis das Ergebnis des Troponin Test vorlie Eine sehr lange Zeit bis das Ergebnis zur Verfügung steht. Bei einem ACS (Akut-Coronarsyndrom) ist die schnelle Einleitung der lebenswichtigen Therapie entscheidend für die Verbesserung der Überlebensqualität. Die Firma Philips entwickelte ein Gerat (Minicare I-20) zur Schnelldiagnose des Herzinfarkts. Innerhalb von 10 Minuten liefert der (cTnl) Blut Test von einem Tropfen Blut des Patienten das Ergebnis. Auch für die präklinische Notfallversorgung ist dieser Test geeignet. Durch diese Innovative Arbeitsweise werden Notärzte und klinische Notfallabteilungen signifikant entlastet. Der Kardiologe Dr. Frans van Asperdt vom Elkerliek Hospital aus NL-Helmond, betont, dass die Patienten mindestens 30 Minuten früher als sonst im Kathederlabor behandelt werden können. Das Minicare ist in den D-A-CH Ländern zugelassen und erhältlich.

IMG_0006
POCT Kongress März LMU, München  Foto: Jürgen Bause

 

 

Infektionsdiagnostik, Sexual Health, Viorologie und Onkologie

 

Mit dem CEPHEID GenXpert steht ein on-demand einsetzbares System zur Verfügung, das dank seines patentierten Kartuschensystems größtmöglichen Bedienungskomfort bei absoluter Sicherheit bietet. Sämitliche Arbeitsschritte der PCR und auch der bidrektionale Datentransfer erfolgen vollautomatisch. Alle Geräte verwenden dieselben Kartuschen und sind für alle gängigen Probenmaterialien wie Blut, Sputum, Stuhl, Abstrichtupfer, Blutkulturen usw. geeignet betonte Claudio Priscoglio, Manager Strategic Market Development der Firma Cepheid, Frankfurt, in seinem Vortrag.

Das Testmenue der Firma Cepheid umfasst derzeit 25 unterschiedliche Verfahren wie MRSA (Screening, Diagnostik und Überwachung), C, difficile, VRE, Carba-R, Influenca A/B/RSV, MTB/RIF, HPV, CT/NG, HIV, HCV und GBS. Weiterhin zwei Tests für Bladder Cancer und BCR-ABL in der Onkologie.

Jürgen Bause

 

Werbeanzeigen

7. Innovationsforum Medizintechnik in Tuttlingen: Medizintechnik als Innovationsmotor: Industrie, Klinik und Forschung besser vernetzen

Presseinformation

Tuttlingen. Medizintechnische Entwicklungen standen im Vordergrund des siebten Innovationsforums für Medizintechnik in der Stadthalle Tuttlingen. Was vor einigen Jahren in einem kleinen Kreis mit rund 50 Teilnehmern begann, hat sich zwischenzeitlich zu einer anerkannten Großveranstaltung gemausert. So konnten die Veranstalter TechnologyMountains, die IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg und die Tuttlinger Clusterinitiative MedicalMountains in diesem Jahr bereits über 300 Tagungsteilnehmer der Medizintechnikindustrie und Forschungseinrichtungen aus dem In- und Ausland begrüßen. Kernthemen waren 3D-Druck, Fertigungsverfahren, Sensorik, Medizintechnik 4.0, Beschichtungen und Hygiene. Über 60 Aussteller begleiteten diese Tagung und standen den Besuchern in den Pausen für persönliche Gespräche zur Verfügung.

„Für alle Beteiligten ist die Vernetzung von Kliniken, Industrie und Forschung ein Gewinn und für uns die treibende Kraft unserer Arbeit“, so Yvonne Glienke, Vorstand der MedicalMountains AG, die die Besucher an dem Tag auch durch das Programm führte. Gerade für die kleinen und mittelständischen Unternehmen bietet das Innovationsforum im Weltzentrum der Medizintechnik die ideale Plattform, um sich mit Forschern, Entwickler und anderen Unternehmen zu vernetzen und sich über innovative Lösungsansätze zu informieren. „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass immer mehr Unternehmen genau diese Art von Veranstaltung suchen, da auf dem Innovationsforum ausnahmslos Fachpublikum vertreten ist und die Qualität der Kontakte äußerst hochwertig ist. Um am Ball zu bleiben ist es für Unternehmen wichtig, über Neuigkeiten in der Branche informiert zu sein, so zum Beispiel über die geplante Medizinprodukteverordnung der EU, aber auch über aktuelle Technologietrends“, so Glienke weiter.

Die Vorträge stießen auf großes Interesse
Die Vorträge stießen auf großes Interesse

Auch im Ausland findet das Innovationsforum immer mehr Interesse. Aussteller und Besucher aus Österreich, Belgien, Luxemburg, Niederlande, Frankreich, der Schweiz und sogar aus den USA besuchten diese Veranstaltung. Der Wirtschafts- und Handelsattaché aus Flandern, Bart Boschmans, der eine belgische Delegation bestehend aus mehreren Medizintechnikunternehmen begleitete, zieht ebenfalls eine positive Bilanz: „Die Möglichkeiten sich in einem persönlichen Rahmen mit vielen Firmenvertretern austauschen zu können, sind gerade hier in Tuttlingen hervorragend. Die Teilnahme an dieser Veranstaltung bildete für uns somit den krönenden Abschluss unserer Reise durch Deutschland.“

Thomas Albiez, Hauptgeschäftsführer der IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg, zeigt sich ebenfalls begeistert von der zunehmend starken internationalen Teilnahme und begrüßt die zunehmende Internationalisierung des Technologieverbundes TechnologyMountains.

Kontakte zwischen Industrie und Forschung
Kontakte zwischen Industrie und Forschung

Eine intensivere Vernetzung von Kliniken, Forschung und Industrie forderte auch Prof. Dr. med. Karl-Walter Jauch, Direktor des Klinikums der Universität München, denn so können Kooperationen für eine anwendungsorientierte Forschung gebildet und Ideen aus der Klinik technisch umgesetzt werden.

Dass für Krankenhäuser das Thema Medizintechnik 4.0 eine besondere Herausforderung bedeutet, zeigte Univ. Prof. Dr. Ing. Jan Stallkamp vom Fraunhofer Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (PAMB) aus Mannheim in seiner Keynote. So ist die Vernetzung zwischen der digitalen Welt und der Realität, also der Patientenversorgung, wesentlich komplizierter als die industrielle Entwicklung 4.0.

In weiteren spannenden Vorträgen wurden Nanobeschichtungen mit antibakterieller Wirkung, Innovationen für individualisierte Produkte, MID Technologien in der Medizintechnik und neue Verfahren im 3-D-Druck vorgestellt. Die individualisierten Medizinprodukte bekommen einen immer größeren Stellenwert. Orthesen müssen immer kundenspezifischer angepasst werden. Um das zu erreichen sind Simulationen an Funktionsmodellen notwendig.

Dass es mit dieser Veranstaltungsreihe auch in Zukunft weitergehen wird ist für TechnologyMountains-Geschäftsführer Thomas Wolf bereits schon heute klar: „Das Feedback, dass wir bereits unmittelbar auf der Veranstaltung erhalten haben, zeigt uns, dass wir mit diesem Format genau den Nerv der Unternehmen, Institute und Besucher getroffen haben und ich bin stolz, dass wir mit dieser Fachtagung hier in Tuttlingen zwischenzeitlich zum festen Bestandteil im Kalender der Medizintechnikbranche zählen, und das auch über die Region hinaus. Zusammen mit der IHK und der MedicalMountains AG planen wir bereits das nächste Innovationsforum im Oktober kommenden Jahres und konnten schon heute Buchungen und Anfragen für das kommende Jahr entgegennehmen.“

Kontakt:
Medical Mountains
Yvonne Glienke
-Vorstand-
Telefon 07461 9697211
Mail: glienke@medicalmountains.de

Fotos,  Copyright: Sascha Baumann