Keimschleuder Küchenschwamm

Studie visualisiert mikrobielle Belastung und zeigt Risiken auf

Die weltweit erste umfassende Studie zur Keimbelastung gebrauchter Küchenschwämme ist nun erschienen. In den Reinigungsutensilien wurde eine teils besorgniserregend hohe Konzentration von Bakterien nachgewiesen. Den Schwamm heiß auszuwaschen oder in der Mikrowelle zu behandeln, ist keine langfristige Lösung, sagen die Forscher. In Deutschland gibt es rund 40 Millionen Privat-Haushalte. „Wenn in jedem davon nur ein bis zwei Küchenschwämme vorhanden sind, beläuft sich ihre Zahl in Deutschland auf 40 bis 80 Millionen“, so Professor Dr. Markus Egert von der Hochschule Furtwangen, der die Studie leitete. „Mit institutionellen Einrichtungen kommt man vermutlich auf mehr als 100 Millionen in Deutschland.“ – 100 Millionen potentielle Keimschleudern. In einem Kooperationsprojekt der Hochschule Furtwangen (HFU) mit der Justus Liebig-Universität Gießen und dem Helmholtz Zentrum München ist die Studie entstanden; Fördermittelgeber war die HFU. Die renommierte wissenschaftliche Zeitschrift „Scientific Reports“, die zur Nature Publishing Group gehört, hat die Studie nun veröffentlicht (DOI:10.1038/s41598-017-06055-9 1, http://www.nature.com/scientificreports, Titel: Microbiome analysis and confocal microscopy of used kitchen sponges reveal massive colonization by Acinetobacter, Moraxella and Chryseobacterium species).

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Foto aus dem „Scientific Reports“-Artikel:
Mikroskopische Aufnahmen und darauf basierende 3D-Modelle fluoreszenz-markierter Bakterien in einem gebrauchten Küchenschwamm. Maßstäbe: A–D 10 μm, E–H 20 μm.

 

Die Mikrobiologen nahmen 14 gebrauchte Schwämme aus dem Großraum Villingen-Schwenningen unter die Lupe. Entdeckt wurden darin 362 verschiedene Arten von Bakterien. „Was uns überrascht hat: Fünf der zehn häufigsten von uns gefundenen Arten gehören in die sogenannte Risikogruppe 2, das bedeutet sie sind potentiell pathogen“, erläuert Egert. Dabei handelte es sich um Umwelt- und Wasserbakterien, aber auch um Bakterien, die typisch für die menschliche Haut sind. Insbesondere bei immungeschwächten Menschen, wie Kranken und Alten, können Bakterien wie Acinetobacter johnsonii, Moraxella osoloensis und Chryseobacterium hominis zu Infektionen führen. Das sehr häufig nachgewiesene Bakterium Moraxella osloensis steht zudem im Verdacht, schlechten Geruch zu erzeugen, kann also für stinkende Küchenschwämme verantwortlich sein. Fäkalbakterien und Lebensmittelvergifter oder Durchfallerreger hingegen wurden kaum nachgewiesen. Besonders bedenklich: In Schwämmen, die laut ihrer Nutzer regelmäßig gereinigt wurden, etwa in der der Mikrowelle oder durch Auswaschen, zeigten sich deutlich höhere Anteile der potentiell pathogenen Bakterien. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Reinigung von Schwämmen zwar zu einer kurzfristigen Verminderung der Keimzahl führen kann; in den schnell wieder hoch wachsenden Gemeinschaften dominieren dann aber offensichtlich immer stärker die potentiell pathogenen Bakterien, vermutlich aufgrund einer höheren Stresstoleranz. Küchenschwämme bestehen überwiegend aus Schaumstoff, wie Polyurethan. Ihre durch zahlreiche Poren riesige innere Oberfläche bietet Mikroorganismen viel Platz zum Wachsen. „Teils erreichten die Bakterien Dichten von mehr als 5 mal 1010 Zellen pro Kubikzentimeter“, erläutert Egert. „Das sind Konzentrationen, wie man sie sonst nur noch in Fäkalproben findet.“ Ein Wert, der in einer Küche nicht erreicht werden sollte. Diese hohen Dichten erklären sich mit den optimalen Lebensbedingungen, die Bakterien im Schwamm finden: neben der großen Oberfläche zum Aufwachsen viel Feuchtigkeit und viele Nährstoffe, etwas aus Lebensmittelresten und Schmutz. Das Bild- und Filmmaterial der Studie visualisiert die bakterielle Belastung der Küchenschwämme in eindrucksvoller Weise und bietet sich als Lehrmaterial an, um ein Bewusstsein für Küchenschwämme als mikrobielle Inkubatoren im Haushalt zu schaffen. Probleme können sich vor allem in sensiblen Umgebungen ergeben. Etwa in Krankenhäusern, Altenheimen oder bei der privaten Pflege zu Hause, wenn dort Menschen mit geschwächtem Immunsystem leben. Anstelle sie zu häufig zu reinigen, sollten Küchenschwämme aus hygienischen Gründen gerade hier besser regelmäßig entsorgt werden, etwa in einem wöchentlichen Rhythmus. In neu gekauften Schwämmen konnten die Forscher übrigens keinerlei mikrobielle Belastung nachweisen.

Jürgen Bause

(Pressemitteilung der Hochschule Furtwangen vom 20. Juli 2017)

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Gedächtnis unter Strom

 

Tübinger Wissenschaftler zeigen, dass Arbeitsgedächtnis-Training durch elektrische Hirnstimulation effektiver wird

Regelmäßiges Training gilt als bester Weg das Gedächtnis und die Konzentrationsfähigkeit zu erhalten oder sogar zu verbessern. Gut verträgliche Methoden zur Unterstützung des Erfolges solcher Übungen wären zweifellos wünschenswert. Wissenschaftler des Universitätsklinikums Tübingen haben unter der Leitung von Professor Christian Plewnia jetzt erstmals gezeigt, dass leichte elektrische Stimulation des Stirnhirns während eines speziellen Arbeitsgedächtnistrainings die Übungsergebnisse verbessert. Diese Verbesserungen sind noch Monate nach dem Training und darüber hinaus in ähnlichen, vorher nicht trainierten Aufgaben nachweisbar.

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Professor Dr. Christian Plewina

 

 

Das Arbeitsgedächtnis, das heißt die Fähigkeit zur vorübergehenden Speicherung und Bearbeitung neuer Informationen, ist eine Voraussetzung von zielgerichtetem Denken und Handeln. Die biologische Grundlage ist die Aktivität von Nervenzellnetzwerken insbesondere im Stirnbereich des Gehirns. Sprachliche Informationen werden vor allem im linken, räumliche Informationen bevorzugt im rechten Stirnhirn verarbeitet. Dabei verständigen sich die Nervenzellen untereinander über elektrische Reizleitung. Mit der transkraniellen Gleichstromstimulation (tDCS), die von außen an der entsprechenden Stelle des Kopfes angelegt wird, kann die Aktivität einzelner Hirnbereiche gezielt beeinflusst werden. Mit ihren Untersuchungen haben die Wissenschaftler des Zentrums für Hirnstimulation an der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie unter der Leitung von Prof. Christian Plewnia getestet, ob diese sehr gut verträgliche und von den Versuchspersonen kaum spürbare Form der Hirnstimulation das Ergebnis eines speziellen Arbeitsgedächtnistrainings nachhaltig verbessern kann, so die UNI Tübingen in einer Pressemitteilung.

Für ihre Experimente teilten die Tübinger Wissenschaftler 81 Probanden in drei Gruppen ein: Bei allen wurden Stimulationselektroden aufgeklebt, doch nur bei zwei der Gruppen wurde das linke bzw. rechte Stirnhirn der Probanden während drei Trainingssitzungen innerhalb einer Woche tatsächlich gezielt mit schwachem Gleichstrom stimuliert. Die Teilnehmer der dritten Gruppe erhielten lediglich eine Scheinstimulation. Bei dem Arbeitsgedächtnistraining am Computer wurden räumliche oder verbale Aufgaben gestellt, deren Schwierigkeitsgrad sich an die Leistungsfähigkeit der Versuchsperson anpasste. Als Ergebnis wurde die in jeder Sitzung erreichte mittlere Gedächtniskapazität gewertet. Tatsächlich lernten Personen, die während einer sprachlichen Aufgabe am linken Stirnhirn und während einer räumlichen Aufgabe am rechten Stirnhirn stimuliert wurden, die Aufgabe besser zu bewältigen als Teilnehmer, die entweder eine Scheinstimulation oder während der sprachlichen Aufgabe eine rechtsseitige, bzw. während der räumlichen Aufgabe eine linksseitige Stimulation erhielten. Besonders bemerkenswert war, dass diese Verbesserung sogar Monate später noch nachweisbar war. Außerdem zeigen diese Probanden auch in der nicht-trainierten Aufgabe, also sprachlich bei räumlichem Training bzw. räumlich bei sprachlichem Training, bessere Leistungen.

 

„Die deutlichen Unterschiede zwischen den Gruppen zeigen, dass die transkranielle Gleichstromstimulation kognitives Training gezielt unterstützten kann“, stellt Plewnia fest. Dass sich mit dieser Methode allgemein die geistige Leistungsfähigkeit verbessern lassen wird, hält er für unwahrscheinlich. „Die Alltagsanforderungen sind deutlich komplexer als im Labor und die Leistung des Gehirns lässt sich auch mit Strom nicht beliebig steigern. Trotzdem können möglicherweise ganz bestimmte Fähigkeiten oder Defizite durch die gezielte Kombination von Stimulation und Training verbessert werden.“ Therapeutische Anwendungen bei Depression, Schizophrenie und Gedächtnisstörungen werden derzeit untersucht und könnten die bestehenden therapeutischen Möglichkeiten dieser Erkrankungen wesentlich erweitern.

Jürgen Bause

Erektile Dysfunktion – ein Tabuthema

 

Freiburg, 23. Dez. 2016.  Es ist gar nicht so selten, wenn der Mann unter einer erektilen Dysfunktion leidet. 20.000 Männer wurden in einer groß angelegten Studie befragt und untersucht. Die Ergebnisse sind für das männliche Geschlecht niederschmetternd, zeigen die Ergebnisse der „Kölner Studie“. Bereits vier Prozent Junger Männer im Alter von 30 bis 39 Jahren leiden unter einer Erektilen Dysfunktion.erektile_dysfunktion

Die Ursachen sind sehr unterschiedlich. Neben Partner- oder konfliktbezogenen Ursachen ist Diabetes Mellitus eine der Hauptursachen. Bei etwa dreißig Prozent der Erektilen Dysfunktion (ED) ist die Grunderkrankung der Blutzucker, so Dr. med. Christian Leiber, Oberarzt an der Klinik für Urologie des Universitätsklinikums Freiburg.
Besteht Diabetes Mellitus mehr als 10 Jahre, liegen etwa 50 Prozent Erektionsstörungen bei den Betroffenen vor. Bei etwa 60 bis 70 Prozent der Patienten sind die Nerven und das Endothel (Innenhaut von Blutgefäßen) im Penis irreversibel geschädigt. Und so kommt es zu Störungen oder Ausbleiben der natürlichen Erektionsfähigkeit, so der Facharzt für Urologie.

Gespräch mit dem Arzt suchen

Liegen die geringsten Störungen einer Erektion vor, sollte das Gespräch mit dem behandelnden Arzt gesucht werden. Es kommt häufig vor, dass ein hoher Blutzuckerspiegel bei Diabetes im Laufe der Zeit Nervenschädigungen hervorrufen. Sie können auch Probleme bei der Sexualfunktion zur Folge haben. Neben dem Hausarzt ist der Urologe ein wichtiger Ansprechpartner für sexuelle Probleme beim Mann.

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Dr. med. Christian Leiber

 

Hilfen für den Mann

Als medikamentöse Therapien stehen die sog. PDE-5-Hemmer zur Verfügung. Diese Medikamente sind jedoch nicht immer zielführend, so Dr. Leiber. So zum Beispiel wenn kardiologische Probleme vorliegen. Injektionstherapien sind häufig von unerwünschten Nebenwirkungen begleitet. Neben Schmerzen im Penis kann es zu einer Penisfibrose oder einem Hämatom an der Injektionsstelle kommen.
Neben Vakuumerektionshilfen, die von den Männern kaum akzeptiert werden, stehen Penisimplantate verschiedener Hersteller zur Verfügung. Technisch sehr ausgereift sind beispielsweise Schwellkörperimplantate der Firma Boston Scientific (BSCI). Sie werden seit 1973 weltweit erfolgreich implantiert. Profitiert haben zwischenzeitlich über 40.000 Patienten. Nach der Operation und einem kurzen stationären Aufenthalt kann das Implantat nach etwa sechs Wochen vom Patienten erstmals angewendet werden. Die Patienten und die Sexualpartner sind mit dieser Lösung zu weit über 90 Prozent sehr zufrieden und der Leidensdruck hat ein Ende, so der Facharzt für Männerkrankheiten. Dieses Verfahren wird von den Gesetzlichen Krankenkassen voll erstattet, im Gegensatz zu der medikamentösen Therapie.

Literaturnachweis:
M. Braun et.al.: Erektile Dysfunktion und „Lower Urinay Tract Symptoms“ – getrennte Entitäten oder zukünftig gemeinsames Therapieregime? In: Blickpunkt der Mann  1/2004, Seite 7-11. Krause  Pachernegg GmbH, A-3003 Gablitz.

Jürgen Bause
 

Neue Pflegeausbildung ist der Ruin

Auszubildende, Träger, Berufsverbände, Schulen und Leitungskräfte der Wohlfahrt sind mit absoluter Mehrheit gegen die generalistische Pflegeausbildung

Die Diskussionen um das Pflegeberufereformgesetz reißen nicht ab. Die Befürworter schwinden, und auf allen Ebenen gibt es breiten Widerstand. So kam eine repräsentative Umfrage einer Pflegefachzeitschrift zu dem Ergebnis, dass 79 Prozent der Leitungskräfte von Pflegeeinrichtungen der Wohlfahrt und 88 Prozent der privaten Träger gegen die Generalistik sind. Nun versuchen die Befürworter der Generalistik massiv Druck auf die Bundestagsabgeordneten auszuüben, die zu Recht die Zusammenlegung der Kranken-, Kinderkranken- und Altenpflege ablehnen

Dabei scheuen sie sich nach Ansicht des Bündnisses für Altenpflege nicht einmal, offenkundig falsche Zahlen zu verbreiten. „Es wird behauptet, dass bereits jetzt 90 Prozent der Inhalte der drei Ausbildungen gleich wären. Das ist schlicht und ergreifend falsch. Wenn dem so wäre, wäre die Generalistik längst umgesetzt. Jedoch lässt sich an diesen Angaben ablesen, wie die inhaltliche Ausrichtung der neuen Ausbildung gestaltet sein würde: maximal 10 Prozent spezifisches Wissen und Können für die Kinderkrankenpflege und die Altenpflege. Das macht deutlich, dass diese beiden Bereiche die großen Verlierer der Reform sein werden“, erläutert Bündnis-Sprecher Peter Dürrmann laut einer Presseinformation vom Bündnis für Altenpflege vom 9. November.

Birgit Hoppe, als Vorsitzende des Arbeitskreises Ausbildungsstätten Altenpflege (AAA) Mitglied des Bündnisses für Altenpflege, weiß aus der Praxis und der Gefühlslage der angehenden Altenpflegerinnen und -pfleger zu berichten: „Neulich sagte mir ein Auszubildender mit Blick auf die gut ausgelasteten Jahrgänge, bei Einführung der Generalistik würde bald nur noch die Hälfte der Leute hier sitzen. Die Gründe? Man entscheide sich bewusst für diesen und keinen anderen Beruf. Und in der neuen Ausbildung fiele auch die berufsbegleitende Ausbildung weg, die für viele der einzig gangbare Weg ist.“

Auch die Auszubildenden Hilda Künzer und Jessica Göhler bestätigen, dass in ihrem Jahrgang die überwiegende Mehrheit gegen die Generalistik ist: „Mit der Abschaffung der Altenpflegeausbildung verschwindet ein großer Teil der Ausbildungsinhalte und altersspezifischer Themen“, prognostiziert Jessica Göhler, während Hilda Künzer hinzufügt: „Ich bin gegen die Abschaffung der Altenpflegeausbildung, weil Altenpflege auch Empathie braucht und diese in einer generalistischen Ausbildung zu kurz kommt.“

Jürgen Bause

Rhetorik und Kommunikationsstrategien

Die Konrad-Adenauer-Stiftung führte unter der Leitung von Herrn Wolfram Obert, Dozent für Rhetorik und Kommunikationsstrategien an der Universität Fribourg/Schweiz vom 22. bis 23. Juli einen Lehrgang durch. Die Teilnahme hat sich gelohnt.

Jürgen Bause

Symposium Hamburg Datenschutz in der Medizin 26.April

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26. April 2016 Symposium 9-17 Uhr  in Hotel  Hafen Hamburg

Die am 15.12.2015 bekannt gewordene EU-Datenschutzgrundverordnung, deren formale Bestätigung durch das EU-Parlament bis Mitte 2016 zu erwarten ist, wird die Datenschutzlandschaft in ganz Europa, und mit Wirksamwerden ab Mitte 2018 auch das Datenschutzrecht in  Deutschland   ganz neu gestalten. Sie ist  sicher als Kompromiss vieler Interessen  das Ergebnis harten politischen Ringens und wird erst mit der Umsetzung zeigen, welche tatsächliche Tragweite sie haben wird.

Unternehmen  und Behörden sollten sich jedoch jetzt schon mit den Details der GVO intensiver beschäftigen. Denn innerhalb der zweijährigen Übergangszeit müssen viele betriebliche Abläufe bei der Datenverarbeitung und  die entsprechende betriebliche Organisation den neuen Vorschriften angepasst werden, damit rechtzeitig  eine normenkonforme Praxis sichergestellt ist. Andernfalls können empfindliche Bußgelder drohen.
Ausgewiesene Experten zeigen  am 26.04.16 zeigt den Sinn und die Tragweite der für die betriebliche Praxis  wichtigsten Vorschriften der GVO und bieten umsetzbare Handlungsanweisungen, damit Unternehmen  und  Behörden den Anpassungsprozess rechtzeitig beginnen können, um sich den neuen Herausforderungen  gut gewappnet stellen zu können.

Programm      und          Anmelung unter

Jürgen Bause

Buchbesprechung: Das 5 Minuten Rückentraining

Rückenschmerzen gehören in unserer Gesellschaft vielfach zum Alltag. Verspannungen des Nackens, des Ileosakralgelenks, Kieferprobleme usw. beschäftigen uns ständig.
Was kann man selbst dagegen tun? Der Trainer Manuel Eckert weiß Rat und gibt einfache Tipps die im Alltag realisierbar sind.

Eins vorweg: Das Buch zählt nicht zu den Ratgebern, die schnell im Bücherregal verschwinden. Erst wird eine Bestandsaufnahme gemacht. Wo liegen die Probleme, wie unbeweglich ist man überhaupt? Ob bandscheibengeschädigt oder nicht – die körperliche Bestandsaufnahme mittels eines Mobilitätstests zeigt relativ schnell, wo die Probleme der Bewegungseinschränkungen liegen. Mit gezielten Übungen, die man vielfach aus der physiotherapeutischen Praxis kennt (…bloß wieder vergessen hat..), wird gezielt die Muskulatur gelockert und wieder aufgebaut. Sehr gute Abbildungen zeigen die zu absolvierenden Übungen und die Muskelpartien, die durch den Sport beansprucht, gelockert und aktiviert werden.

 

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Zahlreiche Übungen kamen mir als Bandscheibengeschädigter bekannt vor; Übungen, die ich bereits bei Physiotherapeuten erlernt habe. Also nichts Neuen, sondern eine Ermutigung das 5-Minuten Rückentraining zu absolvieren. Der Leser des Buches kann zusätzlich  an einem achtwöchigem Onlinetraining teilnehmen. Die Übungen sind alle machbar.  Als Coach steht der Buchautor 14 Tage via Internet zur Verfügung.

Manuel Eckhardt: Das 5 Minuten Rückentraining. 208 Seiten, ca.200 Farbabbildungen, ISBN 978-3-89993-867-8; Humboldt Verlag Hannover. Preis 19,99 Euro

Endlich ein Ratgeber, der den Alltag der Berufstätigen berücksichtigt. Dem Buch wünsche ich eine große Verbreitung.
Jürgen Bause
Medizinjournalist

Buchbesprechung: Gesundheitswirtschaft als Motor für die regionale Arbeitsmarktentwicklung

Griesingen/Ulm 16. Jan. 2016. Die Gesundheitswirtschaft gehört zu den ständig wachsenden Branchen. Aufgrund der zahlreichen Berufsbilder fehlt vielfach eine übersichtliche Darstellung der verschiedenen Berufe. In dem Band wird ein sehr guter Überblick vermittelt.
Der demografische Wandel wird die Gesellschaft vor gravierende Herausforderungen stellen. In den Medien wird vom drohenden Ärztemangel aufgrund der Überalterung der Mediziner gesprochen. Von der Überalterung des Pflegepersonals ist nicht die Rede, obwohl sie ebenfalls sehr kritisch ist. Das Buch ermöglicht eine kritische Bestandsaufnahme über die personelle Entwicklung auf dem Gesundheitsmarkt. Detailliert werden die beruflichen Entwicklungen der einzelnen Berufsfelder unter die Lupe genommen. Gerade die Entwicklung der angestellten Ärzte und des Pflegepersonals in den Kliniken kommt deutlich zum Tragen. Die Aufführung der Vergütung geben einen Überblick über die Entwicklung und Diskrepanzen der Gehälter in der Gesundheitsbranche.

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Die regionalen Arbeitsmarktentwicklungen werden in den verschiedenen Teilbereichen detailliert analysiert. Neben einer flächendeckenden Analyse für die Bundesländer finden sich auch Einzelberichte für ausgewählte Bundesländer. Der abschließende Beitrag thematisiert den Wandel der Erwerbsformen im Pflegebereich und die Arbeitsbedingungen in der Kranken- und Altenpflege.
Der Sammelband „Die Gesundheitswirtschaft als Motor für regionale Arbeitsmarktentwicklung“ ist ein sehr gutes Handbuch für alle Verantwortlichen aus der Gesundheitsbranche wie, Politiker, Krankenkassen, Berater und Betreiber von sozialen Einrichtungen. Das Buch ist für diejenigen unverzichtbar, die sich beruflich mit der Weiterentwicklung unseres Gesundheitswesens befassen.
Dieter Bogai, Günter Thiele, Doris Wiehthölter (Hrsg.):Die Gesundheitswirtschaft als regionaler Beschäftigungsmotor. Reihe: IAB-Bibliothek, Band 355. Herausgeber: Insitut für Arbeitsmarkt-und Berufsforschung (IAB). W.Bertelsmann Verlag, Bielefeld. 461 Seiten, farbige Abb.
ISBN: 978-3-7639-4097-4. Preis 49,90 Euro

Jürgen Bause, Medizinjournalist

Buchbesprechung: Artgerechte Ernährung

Zur Gesunderhaltung mit entsprechender Ernährung werden immer wieder neue Ernährungsformen präsentiert. Ein Buch ist mir besonders aufgefallen: „Prophylaxe und Therapie durch artgerechte Ernährung“ von Klaus Wührer.
Der Autor, von Beruf Heilpraktiker, Physiotherapeut und Osteopath, erklärt sehr übersichtlich die Auswirkungen der heutigen Ernährung der westlichen Welt auf die Gesundheit. In zahlreichen Abbildungen stellt der Autor dar, dass sich der Konsum von Getreide und Zucker negativ auf unsere Gesundheit auswirkt. Schritt für Schritt werden die Zusammenhänge der Ernährung auf die verschiedensten Erkrankungen erläutert. Der Autor weist ebenfalls darauf hin, dass unsere Ernährung der Evolution unterliegt. Wir haben unsere Entwicklungsgeschichte von drei Millionen Jahren in den vergangenen 100 Jahren auf den Kopf gestellt. Mit den Auswirkungen und gesundheitlichen Folgen haben wir uns jetzt auseinander zu setzen. Das sind: Übergewicht, Diabetes, Gicht, Rheuma, Allergien, usw. Die Folgen von Lebensmittelzusatzstoffen sind noch gar nicht berücksichtigt.
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In dem über 460 Seiten umfassenden Werk, das aus einer Ernährungsfibel und einem Kochbuch für die artgerechte Ernährung besteht, wird der Leser Schritt für Schritt auf eine gesunderhaltende Ernährung informiert. Nur eine ausgewogene Ernährung mit „Jäger und Sammler“ Lebensmitteln ist für uns optimal, so der Autor. Die Negativfolgen von zu viel Zucker und Stärke in der Ernährung werden dem Leser des Buches anschaulich erläutert. Der Autor erläutert auch den Zusammenhang zwischen einigen Erkrankungen und der Ernährung. Wührer erläutert beispielsweise, den Zusammenhang zwischen zu viel Zucker und Stärkekonsum und den Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises. Was mir auch sehr gut gefallen hat, sind die Ernährungsvorschläge bei den unterschiedlichsten Erkrankungen.
Der Inhalt des Buches ist auch für Verbraucher verständlich, die sich bislang wenig um Ernährungsfragen gekümmert haben. Die zahlreichen Abbildungen sind klar und übersichtlich. Das beigefügte Kochbuch gibt zahlreiche Anregungen für eine gesunde und „artgerechte“ Ernährung. Dem Buch ist eine große Verbreitung zu wünschen.
Klaus Wüher: Bücherset: Prophylaxe und Therapie durch Artgerechte Ernährung. Caveman Verlag UG, Ortenburg. Über 200 Abbildungen und Fotos, 500 Seiten Im Buchhandel oder unter http://www.ArtgerechteErnährung.de ISBN: 978-3-9816200-0-9 Preis 40 Euro.

Jürgen Bause

NAKO will Vorbeugung und Früherkennung bei Rheuma verbessern

12.10.2015 – Heidelberg. 20 Millionen Deutsche leiden an Krankheiten der Bewegungsorgane wie Arthrosen, Osteoporose oder chronischen Rückenschmerzen. Etwa 5 Millionen davon sind von schweren Arthrosen, 1,5 Millionen von entzündlichem Rheuma betroffen, einem Sammelbegriff, hinter dem sich mehr als 100 verschiedene Erkrankungen verbergen. Die rheumatoide Arthritis (RA) ist mit rund 550.000 Betroffenen die häufigste entzündliche Gelenkerkrankung. Oft wird sie erst nach einer langen Leidensgeschichte diagnostiziert. Im Rahmen der Nationalen Kohorte (NAKO), Deutschlands größter Gesundheitsstudie, widmen sich die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen auch der rheumatoiden Arthritis und den Arthrosen. Sie rechnen mit zahlreichen Erkenntnissen, um Schmerzen und Leid der Betroffenen zu verringern. Dreh- und Angelpunkt für eine effektive Behandlung ist die frühzeitige Diagnosestellung.
Rheumatoide Arthritis – ein Schwergewicht

„Aufgrund der unklaren Symptomatik dauert es im Durchschnitt ein Jahr, bis die Diagnose RA gestellt wird. Eine schmerzvolle Zeit, die je nach Schweregrad von massiven Bewegungseinschränkungen im Alltag, irreversiblen Deformationen der betroffenen Gelenke und dem Verlust der Erwerbstätigkeit geprägt ist. Wünschenswert ist es aber, dem Patienten innerhalb von drei Monaten Gewissheit zu geben und dann auch gleich intervenieren zu können“, erläutert Prof. Dr. Gromnica-Ihle, Präsidentin der Deutschen Rheuma-Liga. Inzwischen ist bekannt, dass die RA mit einem erhöhten kardiovaskulären Risiko verbunden ist – bei RA-Patienten ist das Risiko für einen Herzinfarkt doppelt so hoch (1). Auch im Kontext mit anderen chronischen Erkrankungen scheint die RA eine wichtige Rolle zu spielen. Beispiel Krebs: Personen, die an rheumatoider Arthritis erkrankt sind, haben ein mindestens verdoppeltes Lymphomrisiko (2), auch das Risiko für Hautkrebs ist doppelt so hoch (3). Die Krankheitslast für Betroffene und die Gesellschaft ist erheblich. Eine gute Behandlung kann hingegen die Risiken deutlich reduzieren, das Leben verlängern (4) und Fehlzeiten bei der Arbeit verhindern (5).

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Ein Fall für die NAKO
Angesichts der im Vergleich zu anderen entzündlichen Rheumaerkrankungen hohen Fallzahlen, aber auch wegen ihrer nachgewiesenen Assoziation mit anderen Erkrankungen steht die RA im Fokus der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. „Die Kenntnis, ob ein Proband an einer bisher nicht entdeckten, bekannten, aber nicht ausreichend gut behandelten rheumatoiden Arthritis leidet, ist auch essentiell für die Beurteilung seines kardiovaskulären Risikos“, so Dr. med. Oliver Sander, Poliklinik, Funktionsbereich & Hiller Forschungszentrum für Rheumatologie Heinrich-Heine-Universität, Düsseldorf und Modulverantwortlicher in der NAKO. Im Rahmen des NAKO-Studienprogramms werden bundesweit 200.000 Männer und Frauen nach Beschwerden am Bewegungsapparat befragt. Bei 20.000 Studienteilnehmenden wird zusätzlich eine körperliche Untersuchung der Hüft-, Knie- und Fingergelenke durchgeführt.
Ursachenforschung
Mit der NAKO bietet sich die bisher in diesem Umfang nicht dagewesene Chance, Gesunde aber auch Betroffene gleichermaßen medizinisch zu untersuchen und nach ihren Lebensumständen zu befragen, einmal jetzt und dann erneut in vier bis fünf Jahren. Durch den Vergleich der Informationen und Daten können Zusammenhänge zwischen erblicher Vorbelastung, Ernährung, Verhalten und Umwelteinflüssen aufgedeckt werden. „Gerade bei der RA ist dieser Ansatz extrem vielversprechend, da die Ursachen für die Erkrankung multifaktoriell sind und die Details ihres Zusammenspiels bei weitem noch nicht bekannt sind“, so Prof. Dr. Angela Zink, Leiterin des Fachbereichs Epidemiologie am Deutschen Rheuma-Forschungszentrum. Die konkreten Ergebnisse sind zurzeit noch nicht prognostizierbar. Aber die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sind davon überzeugt, vor allem Prävention und Früherkennung der RA – und vielleicht auch anderer Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises – erheblich zu verbessern. Dies gilt auch für die Arthrosen der Knie- und Hüftgelenke, die zu schweren Beeinträchtigungen durch Schmerzen und Funktionseinschränkungen führen und für die es heute noch keine Heilung gibt. Auch sie werden im Rahmen der NAKO untersucht.

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Wer eingeladen wird, sollte mitmachen
Bei der NAKO können nur Bürgerinnen und Bürger mitmachen, die von den regionalen Einwohnermeldeämtern zufällig ausgewählt wurden und eine schriftliche Einladung zum Besuch im Studienzentrum erhalten haben. Damit ist das interdisziplinäre Großforschungsprojekt auf die Unterstützung der ausgewählten Bevölkerung angewiesen. „Unter der Rheumatoiden Arthritis leiden Tausende in Deutschland. Sie haben es in der Hand, Sie können mit Ihrer Teilnahme die verminderte Lebensqualität Betroffener verbessern und die gesellschaftliche Belastung positiv beeinflussen“, appelliert Prof. Dr. Karl-Heinz Jöckel, Vorstandsvorsitzender des Vereins Nationale Kohorte e. V. für eine rege Teilnahmebereitschaft.
Hintergrund NAKO
In der NAKO werden in den nächsten 10 Jahren 200.000 Männer und Frauen zwischen 20 und 69 Jahren bundesweit in 18 Studienzentren medizinisch untersucht und nach ihren Lebensumständen befragt. Ziel ist es, chronische Erkrankungen, wie zum Beispiel Rheuma, Krebs, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Infektionen und Demenz genauer zu erforschen, um Prävention, Früherkennung und Behandlung dieser weit verbreiteten Krankheiten zu verbessern. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, 14 Ländern und der Helmholtz-Gemeinschaft gefördert. Weitere Informationen unter http://www.nationale-kohorte.de
Ansprechpartner für die Presse:
Nationale Kohorte e. V.
Julia Geulen
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Im Neuenheimer Feld 581
69120 Heidelberg
T: +49 6221 42-3155, F: +49 6221 42-3159, E-Mail: j.geulen@nationale-kohorte.de
http://www.nationale-kohorte.de